Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
22. August 1889 - 23. August 1942

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Otto Starsonek im Anzug (Quelle: Heimatmuseum Luckenwalde)

Otto Starsonek im Anzug (Quelle: Heimatmuseum Luckenwalde)

Otto Starsonek wurde 1889 in Posen geboren, verlor sehr früh seine Eltern und wuchs im Waisenhaus auf. Er absolvierte eine Lehre als Tischler, ging in die USA und arbeitete dort als Tellerwäscher, im Bergwerk und auf dem Bau. Später kehrte er in seine Heimatstadt Luckenwalde zurück, trat der RGO bei und wurde Kassierer der Roten Hilfe. Er wurde von den Nationalsozialisten verfolgt und mehrfach festgenommen. 1942 verstarb er an den Folgen seiner Haft.

Von Sebastian Bödeker

Otto Starsonek wurde am 22. August 1889 als Sohn des Eisenbahnarbeiters Andreas Starsonek und seiner Ehefrau Anna in Posen geboren. Seine Jugend verbrachte er aufgrund des frühen Todes seiner Eltern in einem Waisenhaus1.

Mit 14 Jahren begann er eine Lehre als Tischler und arbeitete anschließend bei unterschiedlichen Unternehmen in zahlreichen Städten. 1909 kam Otto Starsonek schließlich nach Luckenwalde zurück und trat dem Deutschen Holzarbeiterverband bei. 1911 wanderte er für einige Zeit in die USA aus und arbeitete dort als Tellerwäscher, im Bergwerk und auf dem Bau2.

Zehn Jahre später, 1921, kehrte er nach Deutschland zurück und heiratete kurz danach Elisabeth Naethe. In diese Zeit fällt auch der Beginn seines Engagements in der RGO und der Roten Hilfe, wo er u.a. als Kassierer in Luckenwalde tätig war. Außerdem betätigte er sich für die „Volkshilfe“, eine Nebenorganisation der KPD3.

Auch nach dem Verbot der Organisationen durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 betrieb Otto Starsonek weiterhin seine politische Arbeit und führte die Kassierung der Roten Hilfe-Mitglieder illegal durch4.

Relativ bald wurde die Gestapo auf ihn aufmerksam. Nach seiner ersten Verhaftung im September 1933 kam Otto Starsonek zunächst in Untersuchungshaft. Am 2. Februar 1934 wurde er dann in das KZ Oranienburg eingeliefert, wo er bis zum 12. April 1934 inhaftiert blieb. Nachdem er im Juni 1934 erneut verhaftet und angeklagt worden war, verurteilten ihn die Nationalsozialisten bei seinem Prozess am 9. Juli 1934 zu 18 Monaten Gefängnis. Seine Haftstrafe verbüßte er bis zum 9. April 1935 in der Haftanstalt Plötzensee5.

Nach Angaben seines Sohns Heinz Starsonek hat er sich während seiner Haftzeit aufgrund des Verpflegungsmangels eine Blutkrankheit zugezogen. An den Folgen dieser Erkrankung verstarb Otto Starsonek am 23. August 19426.

1 Vgl. BLHA, Rep. 401, Bezirkstag und Rat des Bezirks Potsdam, VdN 3006. 

2 Vgl. ebd. 

3 Vgl. ebd. 

4 Vgl. ebd. 

5 Vgl. ebd. 

6 Vgl. BLHA, Rep. 530, Nr. 9869, „Über das Leben, Kämpfen und Sterben des Kommunisten Willy Scholz”, Luckenwalde um 1965, S. 15 ff. 

Soziale/Regionale Herkunft: Posen; Sohn des Eisenbahnarbeiters Andreas Starsonek

Ausbildung/Berufstätigkeit: Lehre als Tischler; Unterschiedliche Anstellungen in verschiedenen Städten; 10 Jahre in den USA in unterschiedlichen Anstellungen

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: Deutscher Holzarbeiterverband; RGO

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: Kassierer der Roten Hilfe in Luckenwalde

Politische Mandate/Aktivitäten: keine Angaben

Widerstandsaktivitäten: illegale Arbeit für die Rote Hilfe und die RGO

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: Brandenburg; Oranienburg; Plötzensee

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: entfällt

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

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