Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Mit der Errichtung des Konzentrationslagers Oranienburg erhielt auch eine neue Qualität von Terror Einzug in die brandenburgische Kleinstadt vor den Toren Berlins. Das KZ Oranienburg nahm in den Monaten nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten eine Schlüsselstellung bei der Verfolgung der Opposition in der Reichshauptstadt Berlin ein. Insgesamt wurden bis zur Schließung des Lagers etwa 3000 Häftlinge eingesperrt. Die Häftlinge wurden unter menschenunwürdigen Verhältnissen zusammengepfercht, gefoltert und auch psychisch unterdrückt. Der Drang, das Lager zu verlassen, wuchs bei den meisten Häftlingen ins unermessliche. Zugleich war den Gefangenen bewusst, dass ihnen eine Flucht aus dem KZ das Leben kosten konnte. Es ist überliefert, dass lediglich Arthur Plötzke und Gerhart Seger der Ausbruch aus der Hölle gelungen ist. Vielen Häftlingen blieb nur der Tod als Form der Flucht. Die SA-Wachmachschaft hat insgesamt 16 Gefangene im Laufe des Bestehens des KZ Oranienburg ermordet. Hierzu zählen Erich Mühsam, Gerhard Schibinski, Max Sens und Hermann Hagendorf. Walter Klausch erhängte sich nach einer Vernehmung durch die SA am 16. Juni 1933. Mit der Entlassung von Gefangenen oder der Überstellung in ein anderes Konzentrationslager endete die Hölle des KZ Oranienburg und begann für viele gleichermaßen an anderer Stelle. Schließlich übernahm die SS das KZ in der Nacht zum 2. Juli 1934 und löste es am 14. Juli 1934, nach dem Transport der verblieben Häftlinge ins KZ Lichtenburg, auf.

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.