Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
18. Januar 1907 – 1943

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Eines der wenigen Fotos von Schepanski (1. v. r.)

Eines der wenigen Fotos von Schepanski (1. v. r.)

Von Besim Kadriu

Peter Schepanski wurde am 18. Januar 1907 in Kattun, Kreis Deutsch Krone (Ostpreußen) geboren. Mit seinen Eltern Peter Schepanski (Oberschweizer) und Clara Riegel zog er 1927 nach Teltow1. Von Beruf war Schepanski Bauarbeiter. Er war Mitglied der KPD-Ortsgruppe Teltow und engagierte sich sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in der illegalen Organisation seiner Partei. Aufgrund dieser Aktivitäten und der Zugehörigkeit zur KPD wurde er 1933 in Teltow verhaftet und am 28. Juni 1933 ins KZ Oranienburg überführt2. Anlass seiner Verhaftung war außerdem eine Pistole, die die SA in seinem Haus fand. Im KZ Oranienburg war Schepanski bis zum 6. November 1933 als politischer Häftling inhaftiert3. Da seine Ehefrau Clara in der Stadtverwaltung Teltow tätig war, sorgte ein Bekannter beim Landrat Teltow dafür, dass er frei kam.
Schepanski erzählte seiner Familie nichts über seine Erlebnisse im KZ Oranienburg. Nach seiner Freilassung übte er verschiedene Tätigkeiten im Baugewerbe aus.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er 1940 als Soldat in Frankreich eingesetzt4. Später wurde er von der Westfront nach Russland abkommandiert. Dort erfolgte seine Beförderung zum Obergefreiten. Während des Krieges in Russland konnte er seine Familie in Teltow nur selten besuchen. Am 6. Dezember 1943 erfuhren seine Angehörigen, dass Peter Schepanski auf der Krim (Ukraine) durch eine Granate ums Leben gekommen war5. Seine Ehefrau und seine Kinder überlebten den Zweiten Weltkrieg. Ein Grab Peter Schepanskis in Deutschland existiert nicht, da er in Russland während des Krieges gefallen ist.

1 Vgl. Interview mit Peter Schepanski jun., Sohn von Peter Schepanski, am 22.4.2008. 

2 Vgl. BLHA, Rep. 2 A, Regierung Potsdam I, Pol Nr. 1156, Bl. 277. 

3 Vgl. BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 3/33, Bl. 49. 

4 Vgl. Interview mit Peter Schepanski jun. 

5 Vgl. ebd. 

Soziale/Regionale Herkunft: Kattun; Vater: Peter Schepanski, Oberschweizer; Mutter: Clara Riegel

Ausbildung/Berufstätigkeit: Beruf: Bauarbeiter

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: unbekannt

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: KPD

Politische Mandate/Aktivitäten: keine

Widerstandsaktivitäten: Illegale Organisation der KPD in Teltow 1933

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: 28.6 – 6.11.1933 KZ Oranienburg

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: entfällt

Erinnerungskultur/Ehrungen: keine

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