Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
28. September 1897 - 27. Juni 1980

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Beleg der Überweisung mehrerer Personen in das Konzentrationslager Oranienburg. Darunter Kommunisten aus Zeuthen, namentlich: Felix Kage, Otto Richter, Max Seidel, Heinrich Vogt. Quelle: BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/2.

Beleg der Überweisung mehrerer Personen in das Konzentrationslager Oranienburg. Darunter Kommunisten aus Zeuthen, namentlich: Felix Kage, Otto Richter, Max Seidel, Heinrich Vogt. Quelle: BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/2.

Max Seidel engagierte sich sehr früh in der Arbeiterbewegung. Er war gelernter Schriftsetzer und später als Bankangestellter tätig. Nach dem Verbot der KPD organisierte er die Vervielfältigung illegaler Druckschriften und verwaltete zeitweise als Kassierer die Parteikasse der KPD in Zeuthen. Als Konsequenz seiner illegalen politischen Aktivitäten wurde er im August 1933 verhaftet und in das Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Dort erlitt er schwere Folter im Dunkelarrest und im Stehbunker. Max Seidel starb am 27. Juni 1980 in Bad Saarow.

Von Lisa Dittrich

Max Seidel wurde am 28. September 1897 als viertes Kind einer Arbeiterfamilie in Köpenick geboren. Er besuchte dort ab 1903 die Gemeindeschule, die er nach acht Jahren in der Oberklasse verließ, um eine Lehre als Schriftsetzer bei Peter W. Nacken in Köpenick zu beginnen. Nach Abschluss der Lehre trat er 1915 dem Verband der Deutschen Buchdrucker bei.
Max Seidel arbeitete anschließend in seinem gelernten Beruf bei den Firmen S. Mittler & Sohn und Arthur Scholem. Im Oktober 1916 bekam er eine Einberufung zum Kriegsdienst. Seidel wurde Anfang 1917 verwundet und lag einige Wochen im Lazarett. Nach seiner Genesung wurde er im Sommer 1917 dienstverpflichtet und den Rheinischen Stahlwerken in Duisburg zugewiesen. Im August 1917 beendete er mit Hilfe des Werksfeldwebels seinen Kriegsdienst. Dem erneuten Stellungsbefehl leistete er keine Folge und versteckte sich bei Bekannten.
Seidel kehrte nach Köpenick zurück, wo er zwischen ständig wechselnden Beschäftigungen immer wieder mit der Erwerbslosigkeit zu kämpfen hatte. Während der Zeit in Köpenick pflegte er einen engen Kontakt zum Genossen Albert Beyer, einem Mitglied des Spartakusbundes. Unter seinem Einfluss trat Seidel im September 1918 dem Spartakusbund und im Oktober 1918 der USPD bei. Er war nun regelmäßig mit Genossen im Gebiet um Alt-Hartmannsdorf, Spreenhagen und Neu Zittau unterwegs und klebte mit der Stärke aus Pellkartoffeln Plakate, verteilte Flugblätter und Zeitungen.
Als 1919 die Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung bevorstanden, besuchten Max Seidel und seine Parteikollegen gegnerische Wahlversammlungen und mischten sich dort in Diskussionen ein. Mitte 1919 wurden Seidel und andere führende Funktionäre der USPD, unter ihnen der Köpenicker USPD-Vorsitzende Alexander Futran, verhaftet und vor ein außerordentliches Kriegsgericht in Moabit gestellt. Die Anklage lautete auf Landfriedensbruch. Max Seidel, der zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt werden sollte, konnte unter dem Vorwand, austreten zu müssen, fliehen1. Er besorgte sich gefälschte Papiere und nahm den Namen Erich Matull an. Seidel kam bei zwei Parteikollegen unter und fand eine Arbeit bei der Druckerei „Der Sporn“ in Berlin. Dort konnte er jedoch wegen der Gefahr einer möglichen Verhaftung nicht bleiben und floh schließlich nach Danzig. Bereits ein Jahr später konnte Seidel jedoch auf Grund einer Amnestie nach Berlin zurückkehren, ohne weitere Strafverfolgung zu befürchten, und nahm eine Arbeit in einem Konsumgeschäft in Lichtenberg an.
Nach dem Parteitag der USPD in Halle im Oktober 1920 trat Max Seidel zur KPD über. Anfang der 1920er Jahre kehrte er nach Köpenick zurück. Nach eigenen Angaben engagierte er sich in der erweiterten Leitung der KPD in Köpenick und übte „Agitpropfunktionen“ aus. Von 1926 bis 1931 war Seidel Organisationsleiter im Bereich Köpenick-Nord. Politischer Leiter war damals Erich Janitzki, der im Juni 1933 während der Köpenicker Blutwoche ermordet wurde. In seinem Wohngebiet gab Max Seidel zwischen 1927 und 1931 zusammen mit Parteikollegen regelmäßig eine Mieterzeitung heraus2. Zusätzlich war er im Arbeitersportverein „Eiche“ aktiv3.
Bereits im August 1923 hatte Max Seidel eine Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter bei der sowjetischen Garantie- und Kreditbank für den Osten A.G. in Berlin aufgenommen und war in den Allgemeinen Verband der Deutschen Bankangestellten gewechselt, eine Mitgliederorganisation des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Hier war er als Bezirkskassierer und Vorstandsmitglied der Betriebsgruppe GARKREBO ebenfalls politisch aktiv, bis er zur Revolutionären Gewerkschaftopposition übertrat. In der Bank stieg er schnell zum Bearbeiter für Personalangelegenheiten auf und übernahm die Verantwortung für die Verwaltung und die Grundstücksbetreuung der Bank. Im Urlaub und bei Krankheit des Hauptkassiers vertrat er diesen.

1931 verzog Max Seidel nach Zeuthen. Die dortige Ortsgruppe der KPD stand zu diesem Zeitpunkt unter Leitung von Paul Mehlis, einem späteren Mithäftling Max Seidels. Mit Seidel trat eine politisch erfahrene und aktive Person der Ortsgruppe bei. Er arbeitete an den Ausgaben der Monatszeitung „Rotes Sprachrohr“ mit, die die Ortsgruppe Zeuthen seit 1929 heraus gab. Die Zeitung wurde bis Juni/Juli 1933 verlegt4. Gemeinsam mit den Parteikollegen Paul Mehlis und Otto Richter wurde Seidel wegen dieses Engagements oft von der Staatsanwaltschaft zu Verhören ins Gericht Königs Wusterhausen vorgeladen. Während seiner kurzen Zeit in Zeuthen, wo er nur von 1931 bis 1934 lebte, engagierte sich Max Seidel vielfältig: Er war ein Jahr lang Bezirkskassierer der KPD im Unterbezirk Königs Wusterhausen und warb neben seiner Arbeit in Zeuthen und in den Nachbarorten Miersdorf und Schulzendorf mit den Parteikollegen auf Fahrten bis nach Motzen/Mittenwald für die Partei. In Zeuthen veranstalteten die Genossen gut besuchte Versammlungen, Film- und Kulturabende5.
1932 schulte die Gruppe nach Seidels Aussage besonders verlässliche Mitglieder im Keller seines Hauses im Umgang mit Waffen. Im Vorfeld der Wahlen zum Reichstag im März 1933 war die Gruppe sehr aktiv, führte eigene Versammlungen durch und störte auch Versammlungen der Nationalsozialisten6.
Max Seidel berichtete später, dass er Mitte des Jahres 1933 seine Arbeitskollegin, die jüdische Kommunistin Minna Harder, in der Bank vor einer Festnahme durch die SA bewahren konnte, indem er die SA-Männer hinhielt, so dass die Frau durch den Hinterausgang flüchten konnte. Sie überlebte das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft 19457. In der Bank, die eng mit der Staatsbank in Moskau verbunden war, arbeiteten vor allem Personen aus dem Spektrum der inzwischen verbotenen „linken“ Parteien. Auf Grund dieser Tatsache marschierten vor dem Bankhaus oft SA-Trupps, um beim Verlassen der Bank dort Beschäftigte „abzufangen8“.

Im August 1933 wurden zahlreiche KPD-Funktionäre aus Königs Wusterhausen, Wildau, Zeuthen, Schulzendorf und Miersdorf verhaftet. Die 16 Genossen, unter ihnen Paul Mehlis und Otto Richter aus Zeuthen, wurden in eine Gemeinschaftszelle ins Gefängnis im Wildauer Rathauskeller gesperrt. Max Seidel war abends, nachdem er von seiner Arbeit bei der Bank aus Berlin zurück nach Zeuthen gekommen war, von der SA verhaftet worden9. Nach zwei bis drei Tagen wurden alle Gefangenen gemeinsam über das Landratsamt, wo sie ihre Haftbefehle erhielten, in das Konzentrationslager Oranienburg überführt. Max Seidel schrieb in seinem Lebenslauf von einem „Knüppelempfang10“ im Konzentrationslager.
Alle Häftlinge des Lagers wurden einem Arbeitskommando zugeteilt. Max Seidel arbeitete im Außenkommando an der Straße von Birkenwerder nach Summt. Nach eigenen Angaben nahm er seine Briefe und die kommunistischer Mithäftlinge mit zum Außenkommando, um der Zensur zu entgehen, und gab sie der Frau vom Zeitungskiosk in Oranienburg. Diese warf dann die Briefe für ihn in den Briefkasten. Als die SA dahinter kam, bestrafte sie Max Seidel mit neun Tagen „Stehbunker“, eine besonders schwere und unter den Häftlingen gefürchtete Form des Isolations- und Dunkelarrests. Seidel berichtete später, dass während seiner Bunkerhaft ein jüdischer Arzt aus Blumberg, der ebenfalls in einen „Stehbunker“ gesperrt worden war, sich durch den Verzehr eines Päckchens Tabak umzubringen versuchte11.
Nach eigener Aussage kümmerte sich Max Seidel im Konzentrationslager in Oranienburg besonders um den Genossen Otto Franke. Franke trug eine Prothese und eine Brille und wurde wegen seiner körperlichen Beeinträchtigung von der SA besonders drangsaliert. Er musste oft im Verhörzimmer der SA (Zimmer 16) erscheinen und wurde dort verhört und geprügelt. Wenn Max Seidel den Aufruf der SA an Franke, in Zimmer 16 zu erscheinen, mitbekam, meldete er sich für Hof- und Küchenarbeit, damit er nicht mit dem Außenkommando ausrücken musste und im Lager bleiben konnte. So war es Seidel möglich, Franke nach den Verhören durch die SA zu betreuen. Wenn Franke, der blutig geschlagen und kaum noch im Stande war, selbstständig zu gehen, aus Zimmer 16 kam, nahm Max Seidel ihn in seine Obhut, wusch ihn, brachte ihn zur Toilette und legte ihn auf die Pritsche. Seidel schilderte in seinen Aufzeichnungen auch Besuche von nationalen und internationalen Journalistendelegationen aus der Schweiz und Schweden. Bei diesen mussten sich einige Häftlinge unter Aufsicht der SA den Fragen der Journalisten stellen12.
Max Seidel wurde gemeinsam mit anderen Gefangenen Ende Dezember 1933 aus Oranienburg entlassen. Bei der Entlassung aus der “Schutzhaft“ musste üblicherweise eine “Schweigeverpflichtung“ unterzeichnet werden. Danach folgte für Seidel ein Jahr tägliches Melden bei der Polizei; außerdem ergingen bis ins Jahr 1937 in regelmäßigen Abständen Aufforderungen an Seidel, sich bei der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße zu melden.

Im Januar 1934, kurz nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager, nahm Max Seidel seine frühere Arbeit bei der sowjetischen Bank wieder auf. Er verhalf auch dem Sohn seines ehemaligen Mithäftlings Paul Mehlis, Karl Hagen, zu einer Anstellung in der Bank. Diesem war es nun durch seine neue Arbeit als Pförtner und Fahrstuhlführer möglich, seine Familie zu versorgen, während der Vater Paul Mehlis im Gefängnis in Tegel saß. Max Seidel unterstütze auch den Genossen Otto Richter, der sich Anfang 1934 immer noch im Lager Oranienburg befand, und schickte ihm unter dem Absender von Richters Frau Geld ins Lager. Ebenso sammelte Seidel in der Bank Geld für die jüdische Kommunistin Harder, die 1933 untertauchen musste. Als Gegenleistung erhielt er von ihr illegale Druckschriften.
In den Jahren zwischen 1933 und 1938 schrumpfte der Handel zwischen der Sowjetunion und Deutschland. Die Bank, in der Max Seidel arbeitete, musste Personal entlassen, so dass dieser im September 1938 aus seiner Arbeitsstelle ausschied. Einen Monat nach seiner Entlassung erhielt Seidel eine Anstellung als Einkaufs- und Verkaufsleiter bei der Firma ROTO-Vertrieb Karl Fettchenhauer für Büromaschinen in Berlin. Er hatte dort eine gute Position im Büro und konnte in begrenztem Umfang Druckpapier und Maschinen unbemerkt für seine illegalen Tätigkeiten nutzen.
Von November 1939 bis Oktober 1940 wurde Max Seidel als Landesschütze eingezogen. Er diente als Wachmann beim Oberkommando Heer in Gießen und wurde dann zum Bürodienst abkommandiert. Nach eigenen Angaben entließ man ihn bereits im Oktober 1940 wieder aus der Wehrmacht, so dass Seidel zu seinem früheren Arbeitgeber Karl Fettchenhauer zurückkehren konnte13.
Regelmäßig besuchten Soldaten der Wehrmacht die Firma, um Ersatzteile und Nachschub für die Front zu holen. Dabei kam es vor allem gegen Ende des Krieges öfter zu Zwischenfällen. Max Seidel berichtete in seinem Lebenslauf, ein Feldwebel habe sich einmal öffentlich und lautstark über das Vorwärtskommen an der Ostfront ausgelassen und darüber, dass es Massenerschießungen von Juden gäbe. Ein anderes Mal habe ein Hauptmann im alkoholisierten Zustand über den fehlenden Nachschub geschimpft und seine Abneigung gegen den Krieg kundgetan14. So seien die Angestellten in der Firma oft aus erster Hand über Frontgeschehnisse informiert gewesen.

Am 27. Januar 1945 wurde Max Seidel in Mahlsdorf, wo er bereits seit 1936 wohnte, zum Volkssturm eingezogen. Er erlebte den Einmarsch der Roten Armee, der ohne militärische Auseinandersetzung verlief und im Zuge dessen sich die Männer des Volkssturms in Gruppen auflösten.
Nach Ende des Krieges übernahm Max Seidel am 7. Juni 1945 die Leitung der Lohnbuchhaltung des Bezirksamtes Köpenick15. Am 15. Januar 1947 musste er diese Tätigkeit jedoch wieder aufgeben und wurde als Treuhänder in der Zinkhütte Giesche in Berlin-Oberschöneweide eingesetzt. Mit dieser Aufgabe konnte er sein Ansehen vergrößern; er stieg beruflich weiter auf. Auf Empfehlung des Parteikollegen Rumpf begann Seidel eine Tätigkeit als Kassierer in der Abteilung für Wirtschaftsfragen der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK). Er wurde kurze Zeit später als Leiter der Abteilung Personal und Verwaltung der Hauptverwaltung Wirtschaftsplanung eingesetzt. Im Mai 1949 schied er auf eigenen Wunsch aus, um bei der Schaffung einer neuen Bank für kurzfristige Kredite dabei zu sein. Diese Pläne scheiterten jedoch und Max Seidel ging als Referent für Kreditfragen zum Berliner Stadtkontor. Dort blieb er nur einige Wochen, bis zum 30. September 1949. Wegen eigenmächtiger Handlungen und Beschuldigungen gegen Angestellte des Stadtkontors, unberechtigter Weise Privatunternehmern Kredite vermittelt zu haben, schied er dort aus16 und nahm am 2. November 1949 eine Tätigkeit im Ministerium der Finanzen in der Hauptabteilung Haushalt an. Bis 1950 war Seidel Vorstandsmitglied der Konsumgenossenschaft Treptow-Köpenick17.
Max Seidel arbeitete im Ministerium der Finanzen, bis er am 15. April 1951 von dem damaligen Vorsitzenden des Ministerrats, Willi Stoph, zur Kasernierten Volkspolizei (KVP), später Nationale Volksarmee (NVA), berufen wurde18. Dort blieb Seidel bis zu seiner Verrentung am 31. Dezember 1957 als Oberstleutnant.
Während seiner freien Zeit als Rentner widmete sich Max Seidel ehrenamtlich als Betreuer alten, verdienten Parteimitgliedern in der Kreisleitung der SED in Lichtenberg. Des Weiteren war er in den Jahren 1961 bis 1964 stellvertretender Vorsitzender der Wohnungskommission und Vorsitzender der Baukommission seines Bezirkes. Im März 1964 zog er mit seiner Familie nach Berlin-Lichtenberg in die Scheffelstraße19.
Max Seidel war verheiratet und Vater zweier Kinder: des Sohnes Günter, geboren am 20. Oktober 1926, und der Adoptivtochter Ingrid, verheiratete Müller, geboren am 14. Dezember 1941. Er starb am 27. Juni 1980 in Bad Saarow-Pieskow (Kreis Fürstenwalde).

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1 Vgl. Aufzeichnungen der Kommunistischen Partei nach 1945, zu einzelnen Personen und kommunistischen Widerstandsaktivitäten, Akten im Archiv des Heimatmuseum Köpenick, Aktensgn.: 2140. 

2 Vgl. Aufzeichnungen der Kommunistischen Partei nach 1945. Darunter befindet sich ein handschriftlicher Vermerk über einen Genossen Max Schäfer, welcher in Köpenick neben Max Seidel wohnte und die Angaben ab dem Jahre 1925 bestätigte. 

3 Vgl. den selbstverfassten politischen Lebenslauf von Max Seidel von August 1965, in: OdF-Akte Max Seidel, LA Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 26190. 

4 Vgl. Archiv der Heimatfreunde Zeuthen e.V. 

5 Vgl. Aufzeichnungen der Kommunistischen Partei nach 1945. 

6 Vgl. Lebenslauf des Max Seidel vom August 1965, in: OdF-Akte Max Seidel. 

7 Vgl. ebd., ferner Bericht von Erich Müller (damals ebenfalls Angestellter der Bank), in: OdF-Akte Max Seidel. 

8 Vgl. Selbstverfasster politischer Lebenslauf des Max Seidel vom August 1965, ferner Lebenslauf des Max Seidel vom Juni 1951, in: BArch, DY 30/IV 2/11/v. 2824. 

9 Vgl. Märkische Tagespost vom 17. August 1933. 

10 Vgl. Lebenslauf des Max Seidel vom August 1965, ferner Lebenslauf des Max Seidel vom Juni 1951. 

11 Vgl. Selbstverfasster politischer Lebenslauf des Max Seidel vom August 1965. 

12 Vgl. ebd. 

13 Vgl. ebd. 

14 Vgl. ebd. 

15 Vgl Aufzeichnungen der Kommunistischen Partei nach 1945. 

16 Protokoll der Sonderkommission der SED vom 20.Juni 1951, in: BArch, DY 30/IV 2/11/v. 2824. 

17 Vgl: Aufzeichnungen der Kommunistischen Partei nach 1945. 

18 Eine 1951 eingesetzte Sonderkommission der SED im Finanzministerium hielt Max Seidel für „wenig kämpferisch und noch nicht genügend selbstkritisch“ und stellte fest, „Die Parteiorganisation muss ihn stärker als bisher zur Arbeit innerhalb der Parteiorganisation heranziehen.“ Es ist davon auszugehen, dass Max Seidel unter diesen Umständen zur KVP wechselte. Vgl. Protokoll der Sonderkommission, in: BArch, DY 30/IV 2/11/v. 2824. 

19 Vgl. Aufzeichnungen der Kommunistischen Partei nach 1945.
 

Soziale/Regionale Herkunft: Viertes Kind des Zimmermanns Gustav Seidel und seiner Frau Therese, geb. Jakubowski/geboren in Berlin-Köpenick

Ausbildung/Berufstätigkeit: Ausbildung als Schriftsetzer/ Zur Zeit der Verhaftung Bankangestellter

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: 1915 – 23 Verband der Deutschen Buchdrucker/1923 – 31 Allgemeiner Verband der deutschen Bankangestellten/ab 1931 Revolutionäre Gewerkschaftsopposition (RGO)/Funktionen Vertrauensmann und Bezirkskassierer

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: 1918 – 20 USPD-Mitglied / 1920 – 33 KPD; Funktion: Ortsgruppenleiter und Kassierer / 1920 – 38 Rote Hilfe / 1919 - 28 Freidenker

Politische Mandate/Aktivitäten: unbekannt

Widerstandsaktivitäten: Herstellung des „Roten Echos“

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: 12. August 1933 – 23. Dezember 1933 KZ Oranienburg

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: KPD, später SED; ehrenamtlicher Vorsitzender der "Kreiskommission zur Betreuung alter verdienter Parteimitglieder"/ Ab 1945 Gewerkschaftsmitglied öffentliche Betriebe und Verwaltungen /Ab 1947 DSF/ Ab 1953 Volkssolidarität

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

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