Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
3. Januar 1908 – ?

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Walter Paul Günzler wurde Anfang August 1933 zusammen mit Walter Benzmann, Walter Kühne, Wilhelm Karow und Paul Goldschmidt in “Schutzhaft” genommen. “Die Obengenannten wurden deshalb in Haft genommen, weil sie gegen die ihnen bei ihrer Entlassung aus der polizeilichen Schutzhaft gemachten Auflagen sich des Öfteren vergangen haben”, teilte der kommissarische Bürgermeister von Strausberg, der Nationalsozialist Röhr, dem Konzentrationslager mit1. 67 Tage wurde Günzler dort festgehalten, bevor er auf Veranlassung des Oberbarnimer Landrats in die Strausberger Langhansstraße entlassen wurde2.

Von Günter Bartsch

Aus der OdF-Akte von Paul Goldschmidt ist zu entnehmen, dass Walter Günzler Kommunist war. Die beiden und Walter Benzmann konnten in der Holz- und Kohlehandlung von Paul Siewert arbeiten, nachdem sie 1933 als KPD-Mitglieder von ihrem bisherigen Arbeitgeber entlassen worden waren3. Siewert berichtet: “Sie arbeiteten dann bei mir und wurden zweimal von dieser Arbeitsstätte direkt von der Arbeit weg verhaftet. Sie kamen wieder zu mir zurück und wurden nach einigen Wochen, da sie ihre illegale Tätigkeit weiter betrieben, erneut verhaftet und ins K.Z. Oranienburg gebracht.” Goldschmidt berichtet von gemeinsamen Treffen bei Günzler und von einer Hausdurchsuchung, bei der ein Vervielfältigungsapparat der Ortsgruppe gefunden wurde.

Was aus Günzler nach seiner Entlassung aus dem Lager wurde, war nicht zu ermitteln.

1 BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/2, Bl. 331-333. 

2 BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/3, Bl. 210. 

3 BLHA, Rep. 601, VdN 276. 

Soziale/Regionale Herkunft: Eggersdorf

Ausbildung/Berufstätigkeit: Schmied

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: nicht bekannt

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: KPD Strausberg

Politische Mandate/Aktivitäten: keine Angaben

Widerstandsaktivitäten: illegale Tätigkeiten für die KPD

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: Konzentrationslager Oranienburg: 03.08.-09.10.1933

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: nicht bekannt

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

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