Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
25. September 1905 - 18. Juli 1983

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Von Arnd Groß

Kurt Herholz wurde am 25. September 1905 in Danzig geboren. Der Vater, ein aktiver Sozialdemokrat, siedelte nach Gelsenkirchen über. Nach der siebenjährigen Volksschulbildung erlernte Herholz den Beruf des Maurers. Bereits 1919 trat er in die Gewerkschaft ein und wurde Mitglied der Sozialistischen Jugend; er bekleidete verschiedene Funktionen in der Gewerkschaftsjugend. Zum Jahreswechsel 1924/25 trat Herholz dem kommunistischen Jugendverband (KJVD) bei, 1926 erfolgte der Wechsel zur KPD. In dieser Zeit bekleidete er auch den Posten des Vorsitzenden des Deutschen Baugewerksbundes in Gelsenkirchen. In einem Lebenslauf schreibt er: „Sowohl in der Gewerkschaft als auch in der Partei hatte ich örtliche, gebietliche und bezirkliche Funktionen inne1.“
Seit 1929 war Herholz ständig bei der kommunistischen Tagespresse beschäftigt. Er arbeitete bis zu seiner Verhaftung am 28. Februar 1933 als Redakteur bei der „Niedersächsischen Arbeiterzeitung“ in Hannover.
Nach sechswöchiger Haft in Hannover brachte die Polizei Herholz nach Moringen im Solling. Hier, im südlichen Niedersachsen, hatte man eines der ersten Konzentrationslager eingerichtet. Am 29. November 1933 überstellte die Gestapo ihn nach Oranienburg und hielt ihn dort bis zum Februar 1934 fest. Im KZ Oranienburg arbeitete Herholz in einer Maurerkolonne und kurzfristig auch als deren Vorarbeiter. Am 18. Februar 1934 wurde er – für ihn kam dieses Ereignis überraschend – entlassen. In der Zeit bis 1945 arbeitete Herholz erneut als Maurer und versuchte, sich in Berlin illegal zu betätigen. Er wurde nicht zur Wehrmacht eingezogen.
Nach der Befreiung Mecklenburg-Vorpommerns durch die Rote Armee übernahm Herholz dort einen Redakteursposten; gleichzeitig besaß er verschiedene Funktionen in der Partei und in der Gewerkschaft. So war er 1945/46 Vorsitzender des FDGB-Landesverbandes und 1946/47 Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes. Ab 1947 widmete Kurt Herholz sich verstärkt der Parteiarbeit. So unterrichtete er an der Parteischule der SED in Liebenwalde und stieg im Verlauf der Jahre zum Leiter der Abteilung für Kaderfragen beim Institut für Marxismus-Leninismus auf. Kurt Herholz starb am 18. Juli 1983.

1 LA Berlin, C Rep 118-01, Nr. 11628. 

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Quellen:

  • LA Berlin, C Rep 118-01, Nr. 11628.
  • SED-Handbuch, S. 974.

Soziale/Regionale Herkunft: Danzig

Ausbildung/Berufstätigkeit: Ausbildung als Maurer; Bis Februar 1933 als Redakteur bei der „Niedersächsischen Arbeiterzeitung“ in Hannover tätig

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: Verschiedene Funktionen in der Gewerkschaftsjugend; Vorsitzender des Deutschen Baugewerksbundes in Gelsenkirchen

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: 1924/25 trat Herholz dem kommunistischen Jugendverband (KJVD) bei; seit 1926 KPD

Politische Mandate/Aktivitäten: nicht bekannt

Widerstandsaktivitäten: nicht bekannt

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: KZ in Moringen; 29. November 1933 - Februar 1934: KZ Oranienburg (Vorarbeiter in der Maurerkolonne)

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: 1945/46 Vorsitzender des FDGB-Landesverbandes und 1946/47 Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes; Ab 1947 unterrichtete er an der Parteischule der SED in Liebenwalde und stieg im Verlauf der Jahre zum Leiter der Abteilung für Kaderfragen beim Institut für Marxismus-Leninismus auf

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

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