Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Asoziale – in der nationalsozialistischen Terminologie für Personenkreise, die »das Leben der Volksgemeinschaft störten«. Als »Asoziale« und »asoziale Elemente« wurden zwischen 1933 und 1945 »Arbeitsscheue«, »Müßiggänger« und »Querulanten« erfasst. Gemäß des Grunderlasses zur »Vorbeugenden Verbrechensbekämpfung vom 14. Dezember 1937« konnte, wer »ohne Berufs- und Gewohnheitsverbrecher zu sein, durch sein asoziales Verhalten die Allgemeinheit gefährdet«, im Zuge kriminalpolizeilicher Vorbeugungshaft in ein KZ eingewiesen werden. Im Rahmen der »Aktion Arbeitsscheu Reich« kam es im Frühjahr und Sommer 1938 zu Verhaftungswellen. Mehr als 10.000 Personen wurden als »Asoziale« in KZ verschleppt, davon ca. 6.000 im Juli 1938 in das KZ Sachsenhausen. Die »Asozialen« – »Landstreicher, Bettler, Zigeuner und nach Zigeunerart umherziehende Personen, Zuhälter« sowie bereits vorbestrafte Personen – mussten im KZ zur Kennzeichnung einen schwarzen Winkel tragen. Die Opfergruppe der »Asozialen« kämpft immer noch darum, als Opfer des ntionalsozialistischen Regimes anerkannt zu werden. Ihnen wurde bisher finanzielle sowie ideelle Hilfe versagt.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.