Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

19/2018: Sonderausstellung „Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938“ in der Gedenkstätte Sachsenhausen

11. April 2018

no.: 19/2018

Die 80 Jahre zurückliegenden Ereignisse des Jahres 1938 stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938“ der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, die am Sonntag, 15. April 2018, um 14.00 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen eröffnet wird. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung spricht der Bochumer Historiker und Vorsitzende der Fachkommission der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Prof. Dr. Bernd Faulenbach, über die Bedeutung des Jahres 1938 in der Erinnerungspolitik der beiden deutschen Staaten. Außerdem sprechen Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch und Tucké Royale, Erster Sprecher des Zentralrats der Asozialen in Deutschland.

 

Das Jahr 1938 stellt einen Scheitelpunkt in der nationalsozialistischen Terrorherrschaft seit 1933 dar: Mit dem „Anschluss“ Österreichs im März und der Zerschlagung der Tschechoslowakei ab Herbst beginnt das Deutsche Reich, die infolge des Ersten Weltkrieges festgelegte Grenzordnung zu zerstören. Die „Aktion Arbeitsscheu Reich“ im Sommer, die Abschiebung Tausender polnischer Juden im Oktober und die staatlich organisierte Gewalt um den 9. November 1938 markieren eine neue Stufe der nationalsozialistischen Politik gegen Juden und Menschen, die nicht zur sogenannten Volksgemeinschaft gehören sollten. Im Jahr darauf beginnt mit dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg.

 

Die Ausstellung widmet sich auf 14 Tafeln den einschneidenden Geschehnissen des Jahres 1938, die mit der Einlieferung von über 6.000 als „arbeitsscheu“ bezeichneten Männern im Juni und weiteren mehr als 6.000 jüdischen Verhafteten des Novemberpogroms auch für das KZ Sachsenhausen tiefgreifende Auswirkungen hatten, die in der Ausstellung ebenfalls thematisiert werden. Dargestellt werden auch die Opfer der Ereignisse des Jahres 1938 sowie die damit verbundene Erinnerungskultur.

 

Die Ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum existiert seit dem 15. Dezember 2009 und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert. Die regelmäßigen Treffen der fünf Leiter haben zum Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen zu intensivieren und gemeinsame Projekte durchzuführen.

 

 

 

 

Sonntag, 15. April 2018, 14.00 Uhr

Ausstellungseröffnung „Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938“

 

Begrüßung und Einführung: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Grußwort :Tucké Royale, Erster Sprecher des Zentralrats der Asozialen in Deutschland (ZAiD)

Vortrag: Prof. Bernd Faulenbach, Ruhr-Universität Bochum

Die Bedeutung des Jahres 1938 in der Erinnerungspolitik der beiden deutschen Staaten

 

Ort: Neues Museum, rechter Flügel (bis 1. Juli 2018)

Öffnungszeiten: täglich von 8.30 bis 18:00 Uhr

 

Eine Wanderausstellung der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum

Gefordert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

 

Begleitende Veranstaltungen:

Donnerstag, 23. Mai 2018, 18.30 Uhr

1938 – Hitler und die Deutschen proben Raub, Mord und Krieg

Vortrag und Diskussion mit dem Historiker und Journalisten Dr. Götz Aly

Moderation: Prof. Dr. Günter Morsch

Sonntag,17. Juni 2018, 14.00 Uhr

Sonderführung zum Thema „‘Asoziale‘ im KZ Sachsenhausen“ statt.

Referentin: Dr. Dagmar Lieske, Historikerin

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