Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um den Sachsenhausen-Überlebenden Klaus Reichmuth (1924-2021)

03. September 2021

Die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen trauert um Klaus Reichmuth, der am 16. August 2021 in Hamburg im Alter von 97 Jahren verstorben ist. Klaus Reichmuth war als Schüler ein halbes Jahr lang im KZ Sachsenhausen inhaftiert, weil er zusammen mit einem Mitschüler die Abschrift einer Predigt des katholischen Bischofs Clemens August von Galen verbreitet hatte, in der dieser sich gegen die nationalsozialistischen Krankenmorde wandte.

Im April hatte Reichmuth in einer eindrucksvollen Videobotschaft zum 76. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen berichtet, dass er bereits nach drei Monaten KZ-Haft „durch Hunger und ständigen Durchfall ein richtiger ‚Muselmann‘ geworden (war), wie man die kraftlosen Häftlinge im KZ-Jargon nannte.“ Auf die selbst gestellt Frage, warum er die KZ-Haft überlebt habe, antwortete er: „Der Grund für unser Überleben waren die Gebete der Bekenntnisgemeinden in Pommern und Brandenburg, die unsere Namen (…) auf ihren Fürbittlisten hatten. Der Grund für unser Überleben war, dass Gott, der Allerhöchste, diese Gebete erhört hat.“

Klaus Reichmuth wurde als Sohn eines evangelischen Pastors am 25. Mai 1924 in Stettin geboren. Nach seiner Verhaftung am 13. Januar 1942 wurde er zunächst zusammen mit seinem Mitschüler Kalus Rendtorff in einem „Arbeitserziehungslager“ bei Stettin in „Schutzhaft“ genommen, bevor die beiden Gymnasiasten am 29. März 1942 in das KZ Sachsenhausen eingeliefert wurden. Nicht zuletzt durch die Fürsorge von Mitgefangenen, die als Funktionshäftlinge im Krankenrevier tätig waren, überlebte Klaus Reichmuth die sechsmonatige KZ-Haft.

Klaus Reichmuth war in der Nachkriegszeit als Pastor zunächst in Hamburg, später in Göttingen tätig.

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