Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Die Gedenkstätte Sachsenhausen und queere Organisationen haben an den 80. Jahrestag der Mordaktion gegen homosexuelle Häftlinge des KZ Sachsenhausen erinnert

21. September 2022

Anlässlich des 80. Jahrestags der Mordaktion an rund 200 homosexuellen Männern im KZ-Außenlager Klinkerwerk in Oranienburg – der größten Massenmordaktion gegen Rosa-Winkel-Häftlinge des KZ Sachsenhausen – nahmen am vergangenen Sonntag rund 100 Menschen an einer Gedenkveranstaltung am Gedenkort am Hafenbecken des ehemaligen KZ-Außenlagers Klinkerwerk in Oranienburg teil. Dazu hatten die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen gemeinsam mit der Landeskoordinierungsstelle Queeres Brandenburg, Katte e.V., dem LSVD Berlin-Brandenburg, dem Gesprächskreis Homosexualität / Evangelische Adventkirche Berlin-Prenzlauer Berg und dem SchwuZ alle Interessierte herzlich eingeladen

Auf dem Programm standen Informationen über den historischen Ort und die Mordaktion sowie eine Gedenkfeier, die aus zwei Teilen besteht. Den Auftakt bildete ein Programm des Gedenkens mit Redebeiträgen, einer Kranzniederlegung, einer szenischen Lesung zu Opferschicksalen und musikalischer Begleitung durch die Sängerin und Schauspielerin Sigrid Grajek.

Der zweite Teil der Gedenk.Feier legte einen Fokus auf die heutige Vielfalt queeren Lebens und ergänzte das traditionelle Gedenken mit kreativen Ansätzen der Erinnerungskultur. Queere Künstler:innen machten durch ihre künstlerischen und musikalischen Beiträge heutiges queeres Leben sichtbar.

Im Juni 1942 verlegte die SS zahlreiche homosexuelle Häftlinge aus dem Hauptlager in das nahe gelegene Außenlager Klinkerwerk. Damit begann eine gezielte Mordaktion gegen Häftlinge mit dem rosa Winkel, die mehrere Monate andauerte. Allein zwischen Juni und September 1942 kamen mehr als 100 Häftlinge mit dem Rosa Winkel im Klinkerwerk auf unterschiedliche Weise ums Leben: infolge von Misshandlungen, bei inszenierten Unfällen oder durch Erschießungen

Die Ansprache von Dik de Boef, Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees, können Sie HIER nachlesen.

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