Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden

»Eine sehr würdevolle Zeremonie«

29. April 2019

Am 28. April versammelten sich etwa 80 Besucherinnen und Besucher an der ehemaligen NS-Hinrichtungsstätte in der heutigen Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel um an die Befreiung der Gefangenen des Zuchthauses vor 74 Jahren zu erinnern und der Opfer zu gedenken. Dr. Sylvia de Pasquale, Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden, begrüßte alle Gäste, besonders die Familie Blindheim aus Norwegen. Ihr Vater und Großvater war von der NS-Justiz als Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt worden, überlebte aber dank glücklicher Umstände das NS-Regime.

Andreas Büttner, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

Hauptredner war der Sohn des norwegischen Widerstandskämpfers Martin Edvard Blindheim, der in einer persönlichen und anschaulichen Rede die Geschichte seines Vaters erzählte. Der Sohn, der ebenfalls den Vornamen Martin trägt, berichtete, wie sein Vater als Jugendlicher bei einer Untergrundzeitung in Norwegen mitwirkte und deshalb verhaftet wurde. Nach seiner Verurteilung saß er im Zuchthaus Brandenburg-Görden in der Todeszelle. Durch einen Bombentreffer auf den Wagen, in dem sich der Vollstreckungsbefehl für ihn befand, wurde er nicht hingerichtet. Am 27. April 1945 durch die Rote Armee befreit, kehrte er nach einer Odyssee durch Nordeutschland zurück nach Oslo.

Im Anschluss führte Gedenkstättenleiterin Dr. Sylvia de Pasquale interessierte Gäste durch die 2018 neu eröffnete Dauerausstellung der Gedenkstätte. Sie befindet sich außerhalb der JVA in der Anton-Saefkow-Allee 38 und ist zu den Öffnungszeiten öffentlich zugänglich.

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