Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

Stiftungsdirektor Axel Drecoll gratuliert Leon Schwarzbaum zum 100. Geburtstag

20. Februar 2021

Stiftungsdirektor Axel Drecoll gratuliert Leon Schwarzbaum, Überlebender der Konzentrationslager Auschwitz und Sachsenhausen, der heute seinen 100. Geburtstag feiert:

„Leon Schwarzbaum konnte lange nicht über seine Verfolgungsgeschichte sprechen und hat damit erst im hohen Alter begonnen. Seitdem ist es aber geradezu zu seiner Lebensaufgabe geworden, Zeugnis abzulegen von seinem Leidensweg durch mehrere Konzentrationslager. Nicht nur in der Gedenkstätte Sachsenhausen und in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald hat er in zahlreihen Zeitzeugengesprächen vor allem junge Menschen tief beeindruckt. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er bekannt, als er 2016 als Nebenkläger im Prozess gegen einen SS-Mann in eindringlichen Worten an den Angeklagten appellierte, der Nachwelt sein Wissen über die Mordmaschinerie in Auschwitz mitzuteilen – leider vergeblich. 2019 drehte der Filmemacher Hans-Erich Viet einen ebenso eindrucksvollen wie anrührenden Film mit dem Titel „Der letzte Jolly Boy“ über den Jubilar. Ich persönlich und alle Kolleginnen und Kollegen der Gedenkstättenstiftung gratulieren Leon Schwarzbaum von ganzem Herzen zu seinem 100. Geburtstag. Wir wünschen ihm alles, alles Gute und die Kraft, dass er auch weiterhin seiner selbst auferlegten Verpflichtung nachkommen kann.“

Der 1921 in Hamburg geborene Leon Schwarzbaum wuchs in Polen auf. Im Alter von 18 Jahren wurde er mit seiner Familie in ein Ghetto deportiert und später in die Konzentrationslager Auschwitz und Sachsenhausen verschleppt. Hier musste er im Außenlager Haselhorst für die Firma Siemens Zwangsarbeit leisten. Kurz vor dem Kriegsende gelangte er in das Hauptlager Sachsenhausen und wurde wenig später auf den Todesmarsch getrieben. Kurz vor Schwerin wurde Schwarzbaum Anfang Mai 1945 von einer amerikanischen Einheit befreit. Nach der Befreiung ließ er sich in Berlin nieder, wo er bis heute lebt.

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