Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

36/2019: Lesung zur SS-Aufseherin Irma Grese in der Gedenkstätte Ravensbrück

29. Juli 2019

Nr.: 36/2019

„Meistens schlug ich auf ihre Schultern, aber wenn viele Häftlinge involviert waren, schlug ich auf beliebige Körperteile ein.“ So beschrieb die SS-Aufseherin Irma Grese ihre Tätigkeit in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Auschwitz. Irma Grese steht im Mittelpunkt einer Lesung, die am Samstag, 3. August 2019, um 18.00 Uhr in der Gedenkstätte Ravensbrück stattfindet. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Anfang März 1945 leitete die damals 21-jährige Irma Grese einen Häftlingstransport von Ravensbrück in das KZ Bergen-Belsen, wo sie bis zur Befreiung des Lagers durch britische Truppen am 15. April 1945 ihren Dienst versah. Im britischen Bergen-Belsen-Prozess stand sie aufgrund ihres jugendlichen Alters und Aussehens bald im Fokus der internationalen Presse und erlangte als „beautiful beast“ und „Hyäne von Auschwitz“ fragwürdige Berühmtheit. Irma Grese wurde zum Tode verurteilt und im Dezember 1945 hingerichtet.

Die Lesung bündelt Zeugenaussagen, Ermittlungsakten und Presseberichte über Irma Grese zu einem vielstimmigen Panorama, vorgetragen von Petra Goldkuhle. Als Schauspielerin, Puppenspielerin und Moderatorin steht Petra Goldkuhle seit über 30 Jahren auf der Bühne. Sie war langjähriges Ensemblemitglied des beliebten Berliner „Theater am Winterfeldplatz – Theater Hans Wurst Nachfahren“. Musikalisch wird die Lesung von Anne Wiemann am Saxophon begleitet.

Aufseherinnen der SS wurden in Ravensbrück zur Bewachung der inhaftierten Frauen innerhalb sowie außerhalb des Lagers bei Transporten und Arbeitskommandos eingesetzt. Im Januar 1945 waren rund 540 SS-Aufseherinnen in Ravensbrück sowie in den Außenlagern tätig. Einige von ihnen stammten – wie Irma Grese - aus der näheren Umgebung des Konzentrationslagers, die Mehrheit kam aus den großen Industriezentren des Deutschen Reiches nach Ravensbrück.  Ab Frühjahr 1942 diente Ravensbrück als zentrales Ausbildungslager: Von hier begleitete das weibliche SS-Personal Häftlingstransporte in eines der zahlreichen Außenlager, wo die Häftlinge in der Rüstungsproduktion Zwangsarbeit leisteten. Insgesamt wurde etwa 2.600 SS-Aufseherinnen in Ravensbrück ausgebildet.

 

Samstag, 3. August 2019, 18.00 Uhr
Lesung: Die Aufseherin. Ermittlungen und Presseberichte zu Irma Grese

mit Petra Goldkuhle (Schauspielerin) und Anne Wiemann (Saxophon)

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/Havel
Veranstaltungsort: vor dem Aufseherinnenhaus

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit I Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg I Heinrich-Grüber-Platz I T +49 3301 810920 I F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de I www.stiftung-sbg.de
www.facebook.com/SachsenhausenMemorial/

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