Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

45/2019: Neue Ausstellungsräume im ehemaligen KZ-Wasserwerk werden mit einer Schau zum 60. Jahrestag der Gründung der Gedenkstätte Ravensbrück eröffnet

29. August 2019

Nr.: 45/2019

Die Ende 2015 begonnene Sanierung des ehemaligen KZ-Wasserwerks in der Gedenkstätte Ravensbrück konnte kürzlich abgeschlossen werden. In dem Gebäude, das außerdem als Garage und Funkstation genutzt wurde, steht jetzt ein rund 200 qm großer Raum für Sonderausstellungen zur Verfügung. Anlässlich des 60. Jahrestages der Einweihung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im September 1959 wird er am 14. September 2019 mit der Schau „Frauen im Widerstand. Deutsche politische Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück: Geschichte und Nachgeschichte“ eröffnet.

Bei einem Rundgang mit Pressevertretern durch die sanierten Räume des Wasserwerks sagte Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach heute in Ravensbrück: „Mit der Herrichtung des Wasserwerks ist die denkmalgerechte Sanierung des Ensembles der ehemaligen KZ-Kommandantur abgeschlossen. Wir freuen uns sehr über den wunderbaren Ausstellungsraum in den ehemaligen Garagen der Fahrbereitschaft, der 60 Jahre nach der Einweihung der Gedenkstätte erstmals für Besucher zugänglich sein wird. Dank der behutsamen Sanierung konnte vieles von der originalen Bausubstanz erhalten werden, so dass der Raum selbst immer auch Teil künftiger Ausstellung sein wird“, so Eschebach.

Der für die Sanierung verantwortliche Architekt Christian Kannenberg sagte: "Wie auch bei anderen Sanierungsprojekten in der Gedenkstätte Ravensbrück sind wir auch beim Wasserwerk dem Grundsatz gefolgt, dass der Umgang mit KZ-Gebäuden, die ja zugleich Beweisstücke des verbrecherischen Systems sind, besondere Sorgfalt erfordert. Als deutbare Quellen werden sie zu Exponaten innerhalb des zeithistorischen Museums und zu einem Schlüssel für das Verständnis, wie das System funktioniert hat", so Kannenberg.

Das lang gestreckte, eingeschossige Gebäude des Wasserwerks mit seinem hoch aufragenden Satteldach wurde 1939 als eines der ersten Gebäude des KZ-Komplexes errichtet. Im Dachgeschoss war zeitweise die Effektenkammer der weiblichen Häftlinge untergebracht. Neben dem Ausstellungsbereich wird in einem separaten Raum mit eigenem Zugang das Totenbuch des KZ Ravensbrück präsentiert. Die historische Pumpen- und Wasseraufbereitungsanlage des ehemaligen KZ-Wasserwerks bleibt als technisches Denkmal erhalten. Die Kosten für die Gebäudesanierung  betrugen 1.276.500 Euro, die aus dem Haushalt der Stiftung bereitgestellt wurden.

Die Sonderausstellung „Frauen im Widerstand. Deutsche politische Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück: Geschichte und Nachgeschichte“ thematisiert die Konflikte beim Aufbau der Gedenkstätte Ravensbrück und erzählt die Lebensgeschichten von weiblichen Häftlingen des KZ Ravensbrück aus West- und Ostdeutschland, die das gesamte Spektrum des politischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus repräsentieren. Der Aufbau der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück war im Kontext des Kalten Krieges begleitet von Auseinandersetzungen zwischen den politischen Lagern in der DDR und der Bundesrepublik um die Deutung der nationalsozialistischen Vergangenheit. In der DDR unterstützte die Organisation der Überlebenden die Entstehung der Gedenkstätte, stritt aber mit der SED um den angemessenen Platz der Frauen in der Widerstandsgeschichte.

Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach: „Die Geschichten vieler dieser Frauen wurden in der DDR meist einseitig erzählt, in der Bundesrepublik marginalisiert und nach dem Umbruch von 1989 in den Hintergrund gerückt oder sogar politisch delegitimiert. Die Ausstellung will diesen Frauen und der Vielfalt ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus neue Aufmerksamkeit schenken. Sie zeichnet ein differenziertes Bild ihrer Lebenswege – gegen das Vergessen wie auch gegen die verzerrende Heroisierung“, so Eschebach.

Die Gedenkstätte Ravensbrück begeht den 60. Jahrestag ihrer Gründung am 14. September 2019 mit einem ganztägigen Veranstaltungsprogramm. Neben der Ausstellungseröffnung stehen eine Buchvorstellung, ein Podiumsgespräch mit Teilnehmern der Eröffnungsveranstaltung und das Diskussionsforum „Ravensbrück 2030“ auf dem Programm.

 

Samstag, 14. September 2019, 11.00 bis 16.30 Uhr
60. Jahrestag der Gründung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Eröffnung der Sonderausstellung „Frauen im Widerstand. Deutsche politische Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück: Geschichte und Nachgeschichte“
Buchvorstellung, Lesung und Diskussionen

Das vollständige Programm finden Sie HIER:

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg an der Havel

Information:

www.ravensbrueck-sbg.de

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de


Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird vom Ministerium des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Zurück zur Übersicht