Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden

49/2019: Führungen in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden am Tag des offenen Denkmals

04. September 2019

Nr.: 49/2019

Die Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden lädt interessierte Besucherinnen und Besucher am Sonntag, 8. September 2019, dem Tag des offenen Denkmals, zu Führungen in der ehemaligen Hinrichtungsstätte der NS-Justiz und durch die Dauerausstellung zur Geschichte des Strafvollzugs in Brandenburg-Görden ein. Dabei wird der Schwerpunkt auf der Baugeschichte des ehemaligen Zuchthauses liegen, das in der Zeit der Weimarer Republik als moderne Strafanstalt nach den Prinzipien eines humanen und resozialisierenden Strafvollzugs errichtet wurde.

Um 10.00 Uhr findet eine öffentliche Führung in der ehemaligen Hinrichtungsstätte sowie in der Dauerausstellung statt. Da sich die ehemalige Hinrichtungsstätte innerhalb der heutigen Justizvollzuganstalt befindet, ist eine Anmeldung mit Name Anschrift und Ausweisnummer erforderlich.

Um 13.00 Uhr gibt es eine weitere Führung durch die Dauerausstellung „Auf dem Görden. Die Strafanstalt Brandenburg im Nationalsozialismus (1933-1945) und in der DDR (1949-1990)“, die 2018 im ehemaligen Wohnhaus des Gefängnisdirektors eröffnet wurde. Bei dem Rundgang mit einer der Kuratorinnen werden auch der Strafvollzug in der Weimarer Republik, die Verfolgung politischer und „rassischer“ Gegner im Strafvollzug des Nationalsozialismus sowie die politische Dimension von Strafverfolgung und Strafvollzug in der SBZ/DDR thematisiert. Beide Führungen dauern ca. 60 Minuten.

Im Zuchthaus Brandenburg-Görden änderte sich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 der Charakter des Strafvollzugs. Nach dem Willen des NS-Regimes sollte Strafe ein „spürbares Übel“ sein. Die Strafanstalt füllte sich mit politischen Gegnern, rassisch Verfolgten und langjährigen Haftstrafen verurteilten Kriminellen. Die Inhaftierten litten unter Überbelegung, Hunger und unmenschlichen Haftbedingungen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen auch Männer aus den von NS-Deutschland überfallenen Ländern nach Brandenburg in Haft. Ab Sommer 1940 befand sich im Zuchthaus auf dem Görden eine der zentralen Hinrichtungsstätten der NS-Justiz. Von den 2.032 hier erfolgten Hinrichtungen wurden die meisten mit der Guillotine vollstreckt.

In der Zeit der DDR waren in Brandenburg-Görden neben vielen kriminellen Häftlingen auch NS-Täter und Kriegsverbrecher sowie zahlreiche Gegner des SED-Regimes inhaftiert. Der Haftalltag war von Überbelegung, willkürlichen Strafen, schwerer Haftarbeit und einer zum Teil miserablen Versorgung geprägt.

 

Sonntag, 8. September 2019
Führungen am Tag des offenen Denkmals

10.00 Uhr: Führung in der ehemaligen Hinrichtungsstätte innerhalb der JVA und durch die Dauerausstellung
Treffpunkt: Haupteingang der JVA, Anton-Saefkow-Alle 22, 14772 Brandenburg an der Havel
Eine vorherige Anmeldung bis zum 5. September mit Name, Anschrift und Ausweisnummer ist zwingend erforderlich: anmeldung-brb@stiftung-bg.de oder Tel. 03381-7935 112

13.00 Uhr:Führung durch die Dauerausstellung
Treffpunkt: Anton-Saefkow-Alle 38, 14772 Brandenburg an der Havel
Anmeldung: anmeldung-brb@stiftung-bg.de oder Tel. 03381-7935 112

Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden
Anton-Saefkow-Allee 38
14772 Brandenburg an der Havel

Information: www.brandenburg-zuchthaus-sbg.de

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de


Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird vom Ministerium des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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