Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Sachsenhausen: Die Gedenkstätte und der Landtag erinnern gemeinsam an die Opfer des Zellenbaus im KZ Sachsenhausen

19. Januar 2017

Nr.: 2/2017

Im Mittelpunkt einer Gedenkveranstaltung am Freitag, 27. Januar 2017, um 11 Uhr in der Gedenkstätte Sachsenhausen anlässlich des diesjährigen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus, zu dem die Gedenkstätte und der Landtag Brandenburg gemeinsam einladen, stehen die Opfer des NS-Terrors im Zellenbau des KZ Sachsenhausen. Der dreiflügelige Bau mit 80 Zellen diente als Gestapo- und Lagergefängnis. Es war ein von Geheimnissen umgebener Ort grausamer Misshandlungen und Morde. Nach einer Einführung zur Geschichte des Zellenbaus durch Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch werden Schülerinnen und Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums in Oranienburg eine szenische Lesung mit Erinnerungsberichten ehemaliger Häftlinge über den Zellenbau vortragen.

Bei der anschließenden Gedenkveranstaltung am zentralen Gedenkort „Station Z“ wird Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski eine Ansprache halten. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Panketal werden Namen von KZ-Häftlingen verlesen, die im Zellenbau zu Tode gekommen sind. Die Gedenkveranstaltung, zu der wieder zahlreiche Abgeordnete der Landes-, Kreis-, und Stadtparlamente, Angehörige der Landesregierung, Vertreter von Parteien, Verbänden und Vereinen sowie Angehörige der diplomatischen Vertretungen erwartet werden, endet mit einer Kranzniederlegung.

Schon im Winter 1936/37 ermordete die Konzentrationslager-SS in dem damals noch im Bau befindlichen Zellengefängnis des KZ Sachsenhausen die ersten Häftlinge. Im Februar 1937 wurde das Lagergefängnis, im SS-Jargon Zellenbau, von den Häftlingen auch Bunker genannt, fertiggestellt und offiziell in Betrieb genommen. In diesem vom Häftlingslager durch eine Mauer abgetrennten Arrestbereich mussten die Häftlinge auch Strafen wie „Dunkelarrest“, „Pfahlhängen“ und „Prügelstrafe“ sowie weitere Misshandlungen erdulden. Daneben diente der Zellenbau als „Sondergefängnis“ der Gestapo und des Reichssicherheitshauptamtes. Zahlreiche prominente Häftlinge wie zum Beispiel Martin Niemöller, Georg Elser, Herschel Grynszpan, die Bischöfe W?adys?aw Goral und Julius Bursche oder Stefan Grot-Rowecki und Jacub Dschugaschwili waren hier inhaftiert.

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