Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Ravensbrück: Lesung erinnert an die Opfer der Mordaktion „14f13“

19. Januar 2017

Nr.: 3/2017

In der Gedenkstätte Ravensbrück hat sich die Tradition entwickelt, dass am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus Freundinnen und Freunde der Gedenkstätte zu einer gemeinsamen Lesung zusammenkommen. In diesem Jahr ist die Lesung am Freitag, 27. Januar 2017, um 11 Uhr den Opfern der „Aktion 14f13“ gewidmet. Bei dieser Mordaktion wurden Tausende von Häftlingen aller großen Konzentrationslager in den „Heil- und Pflegeanstalten“ Bernburg, Sonnenstein oder Hartheim ermordet. In den dort eingerichteten Gaskammern waren zuvor bereits rund 70.000 Anstaltspatienten im Rahmen der „Euthanasie“-Aktion T4 ermordet worden.

SS-Lagerärzte und externe Gutachter selektierten allein im KZ Ravensbrück von Ende 1941 bis Anfang 1942 etwa 1.600 Frauen und 300 Männer zur Ermordung. Neben Kranken und Arbeitsunfähigen wurden dabei auch fast alle jüdischen Häftlinge sowie einige politisch Missliebige und sogenannte Asoziale erfasst, die zwischen Februar und April 1942 in die „Euthanasie“-Anstalt Bernburg transportiert und dort ermordet wurden.

Für die Lesung wurden Briefe der Ravensbrücker Häftlinge Olga Benario, Irene Eckler und Mary Pünjer ausgewählt, die sie vor und während der Selektionen aus Ravensbrück an ihre Familien schrieben. Daneben werden Passagen aus den Briefen des an den Selektionen maßgeblich beteiligten Arztes Dr. Friedrich Mennecke an seine Frau Eva vorgetragen. Seine Briefe geben einen verstörenden Einblick in die bedenkenlose Routine, mit der er Menschen zur Ermordung auswählte.

Es werden noch Interessierte gesucht, die bereit sind, an der Lesung aktiv mitzuwirken und einzelne Passagen vorzutragen. Kontakt: paedagogik@ravensbrueck.de oder 033093 / 603 85.

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