Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Veranstaltungen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Ausstellungseröffnung - Die Pappelallee: Ein alternatives Archiv // Rotem Bidas

13. September 2026 – 13:30 Uhr

Die Natur war in Ravensbrück nie neutral. Beim Ausbau des Lagers ließ die SS Reihen schnellwachsender Pappeln pflanzen, die damit selbst Teil einer Topographie der Macht wurden. Inzwischen sind die meisten dieser Pappeln gefallen. Ihre mächtigen Stämme liegen bis heute auf dem ehemaligen Lagergelände. Die israelische Künstlerin Rotem Bidas arbeitet seit 2023 mit diesen gefallenen Stämmen und begegnet ihnen nicht als Metapher, sondern als Quelle. So geht sie einer Frage nach, die sich drängender denn je stellt: Wo bleibt die Erinnerung, wenn die Stimmen verstummen, die sie getragen haben?

Rotem Bidas hat die Baumrinde und Schnittflächen der gefallenen Stämme zwischen 2023 und 2026 als großformatige Abdrücke und Frottagen im Maßstab 1:1 auf Papier übertragen. Das Bild entsteht dabei nicht durch Darstellung, sondern durch Kontakt zwischen Körper, Material und Ort. Stämme, Wurzeln und Jahresringe werden zu alternativen Dokumenten, in denen sich Geschichte lesen lässt. So wird das vom Lager gezeichnete Gelände zu einem Archiv, in dem die Bäume zu Zeugen werden.

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück eröffnet die Sonderausstellung „Die Pappelallee: Ein alternatives Archiv" am Sonntag, dem 13. September 2026, um 13:30 Uhr im Ehemaligen Wasserwerk, im Rahmen des bundesweiten Tags des offenen Denkmals. Die Ausstellung ist bis zum 10. Mai 2027 zu sehen, der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, ohne Verdolmetschung. Um Anmeldung bis zum 12. September 2026 an gedenkstaetteravensbrueckde wird gebeten.

Programm

  • 13:30 Uhr: Begrüßung: Dr. Simone Erpel, Vorsitzende des Internationalen Freundeskreises der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück e. V., und Aliena Stürzer, Leiterin der Museologie der Gedenkstätte
  • Einführung in die Ausstellung: Rotem Bidas, Künstlerin, und Dr. Yarden Stern, Kurator
  • anschließend Rundgang durch die Ausstellung mit Künstlerin und Kurator
  • Süßer Gruß ins neue Jahr: Der 13. September ist zugleich Rosch ha-Schana, das jüdische Neujahrsfest
  • ab 15:00 Uhr: Rundgang über das Gelände mit Aliena Stürzer

Im Frühjahr 2027 werden öffentliche Gespräche und Workshops die Ausstellung begleiten.

Gefördert durch den Internationalen Freundeskreis der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück e. V., die Dr. Hildegard Hansche Stiftung, die Kulturabteilung der Botschaft des Staates Israel und das Weiss-Livnat International Center for Holocaust Research and Education der Universität Haifa. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Anmeldung zur Eröffnung:gedenkstaetteravensbrueckde

Veranstaltungsort

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen
16798 Fürstenberg/Havel

Anreise: Shuttle vom Bahnhof Fürstenberg/Havel zur Gedenkstätte, Abfahrt 13:10 Uhr

Kontakt

Ansprechpartner: Aliena Stürzer

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