Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Sachsenhausen Memorial and Museum

Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um Dr. Vojmír Srdečný

20. August 2019

Die Gedenkstätte Sachsehhausen trauert um den tschechischen KZ-Überlebenden und langjährigen Vizepräsidenten des Internationalen Sachsenhausen Komittees Dr.Vojmír Srdečný, der am 14. August 2019 im Alter von 99 Jahren verstorben ist.

Vojmír Srdečný wurde am 6. Oktober 1919 in Albrechtice (Ostböhmen) geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er an der Karls-Universität in Prag Körperkultur und Sport. Am 15. November 1939 nahm er am Trauerzug für den Medizinstudenten Jan Opletal teil, der bei einer Protestdemonstration gegen die deutsche Besatzungsmacht anlässlich des tschechoslowakischen Unabhängigkeitstages am 28. Oktober 1939 erschossen worden war.

Am 17. November 1939 wurde Vojmír Srdečný verhaftet und zusammen mit mehr als 1.100 tschechischen Studenten in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Nach seiner Entlassung am 20. Dezember 1940 arbeitete er als Hilfsarbeiter in einer Metallgussfabrik. Nach dem Kriegsende 1945 konnte er sein Studium fortsetzen.

Von 1947 bis 1964 war er im Bereich der Rehabilitation im Reha-Institut Kladruby (Mittelböhmen) und im Kurort Velke Losiny (Nordmähren) tätig. 1964 wechselte er an die Pädagogische Fakultät in Hradec (Ostböhmen), wo er bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1985 tätig war. Vojmír Srdečný gilt als Begründer und Förderer des Behindertensports in der Tschechischen Republik.

Bis vor wenigen Jahren war er an der Sportfachschule Palestra in Prag im Bereich Heilgymnastik und im Behindertensport tätig. Er veröffentlichte über 350 Fachartikel, Vorträge und Studientexte in in- und ausländischen Fachzeitschriften.

Vojmír Srdečný engagierte sich  Vorsitzender der Historischen Gruppe „17. November 1939“ im Tschechischen Verband der Freiheitskämpfer sowie als Vorsitzender der Vereinigung der befreiten politischen Gefangenen und ihrer Hinterbliebenen für die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten. Nicht nur in seiner Heimat war er ein gefragter Zeitzeuge.

Nachdem es ihm viele Jahre lang nicht möglich gewesen war, den Ort seiner KZ-Haft wieder zu betreten, besuchte er 2005 erstmals die Gedenkstätte Sachsenhausen, wo er seitdem immer wieder zu Gast war.

Die Gedenkstätte Sachsenhasen verliert einen guten, Freund, einen liebenswerten Menschen und eindrucksvollen Zeitzeugen, dessen Andenken wir bewahren werden.

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