Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte Lieberose in Jamlitz

48/25: Gedenkgottesdienst und Ausstellungseröffnung anlässlich des 82. Jahrestages der Einrichtung des KZ-Außenlagers Lieberose

04. November 2025

Nr.: 48/2025

Am Sonntag, 9. November 2025, erinnern die Gedenkstätte Lieberose in Jamlitz, das Justus-Delbrück-Haus | Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz und die Evangelische Kirchengemeinde Lieberose und Land mit einem Gedenkgottesdienst und einer Ausstellungseröffnung an den 82. Jahrestag der Errichtung des KZ-Außenlagers Lieberose im November 1943. In dem Außenlager des KZ Sachsenhausen wurden rund 8.000 Häftlinge unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen für den Bau des Truppenübungsplatzes „Kurmark“ der Waffen-SS eingesetzt. Bei den Häftlingen handelte es sich überwiegend um Juden aus den besetzten europäischen Ländern, vor allem aus Ungarn und Polen. Unmittelbar vor der Räumung des Lagers ermordete die SS Anfang Februar 1945 auf dem Lagegelände mehr als 1.300 meist jüdische Häftlinge.

Um 13.00 Uhr beginnt in der Evangelischen Landkirche zu Lieberose ein Jüdisch-christlicher Gedenkgottesdienst, gestaltet von Rabbiner Andreas Nachama, Pfarrerin Marion Gardei und Pfarrer Wolfgang Krautmacher. Im Anschluss wird um 14.30 Uhr im Justus-Delbrück-Haus in Jamlitz die Wanderausstellung „Wer ein Leben rettet ... – Lebensgeschichten von Kindern aus dem ‚Verlorenen Transport‘“ eröffnet. Ran Ronen wird für den Zentralrat der Juden in Deutschland ein Grußwort halten. Günter Morsch, Projektleiter der Wanderausstellung, wird in das Thema der Ausstellung einführen.

Die Ausstellung thematisiert die Geschichte eines Häftlingstransports mit 2400 jüdischen Häftlingen aus dem KZ Bergen-Belsen, unter ihnen zahlreiche Kinder, der am 24. April 1945 nach einer quer durch Deutschland führenden Irrfahrt in der Nähe des südbrandenburgischen Dorfes Tröbitz endete. Auf Anordnung der sowjetischen Armee wurden die befreiten Häftlinge in den Häusern der Einheimischen untergebracht. In der Folgezeit entwickelt sich in Tröbitz ein größtenteils erzwungenes Zusammenleben zwischen den befreiten Jüdinnen und Juden und der lokalen Bevölkerung. In den folgenden Tagen und Wochen starben mehr als 300 Juden sowie 26 Dorfbewohner an den Folgen der Haft oder durch Typhus.

 

Sonntag, 9. November 2025

13.00 Uhr: Jüdisch-christlicher Gedenkgottesdienst
Evangelische Landkirche zu Lieberose | Markt 2 | 15868 Lieberose

14.30 Uhr: Ausstellungseröffnung „Wer ein Leben rettet ... – Lebensgeschichten von Kindern aus dem ‚Verlorenen Transport‘“
Justus-Delbrück-Haus | Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz | Am Bahnhof 1 | 15868 Jamlitz

 

Information: www.stiftung-sbg.de

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de

 

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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