Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald
Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um André Lassague
17. April 2026
Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um André Lassague, der am 9. April im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Lassague, der seinen im KZ Sachsenhausen umgekommenen Vater niemals kennenlernen durfte, hat sich jahrzehntelang intensiv und in führenden Positionen in der Amicale des anciens déportés du camp de concentration d´Oranienburg-Sachsenhausen und im Internationalen Sachsenhausen Komitee für die Erinnerung und für die Arbeit der Gedenkstätte engagiert.
Als André Lassague 1943 geboren wurde, befand sich sein Vater Noel bereits im KZ Sachenhausen. Er war 1942 von der Gestapo als Mitglied der französischen Résistance verhaftet und im Januar 1943 in das KZ Sachsenhausen deportiert worden. Nach kurzem Aufenthalt im Hauptlager wurde er in das Außenlager Heinkel in Oranienburg verlegt, wo er in der Flugzeugproduktion Zwangsarbeit leisten musste. Durch die menschenverachtenden Haftbedingungen und die Zwangsarbeit geschwächt, kam er Anfang 1944 in das Krankenrevier des Hauptlagers und verstarb im März 1944.
Für André Lassague, der zunächst bei einer Pflegefamilie aufwuchs, ehe er im Alter von 15 Jahren zu seiner Mutter zurückkehrte, war die Vaterlosigkeit ein lebenslanges Trauma. Seine bewegende Aussage als Nebenkläger im Prozess gegen einen Wachmann des KZ Sachsenhausen 2022 in Brandenburg an der Havel bleibt allen, die sie miterlebten, unvergesslich. Mit dem Tod von André Lassague verliert die Gedenkstätte einen warmherzigen Menschen und langjährigen treuen Freund, der unvergessen bleiben wird.
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