Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

47/2022: Geh denken! – Gedenkweg Todesmärsche 1945 zur Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald

30. August 2022

Nr.: 47/2022

Am Samstag, 10. September 2022, laden die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, der Evangelische Kirchenkreis Wittstock-Ruppin und die Initiative „Jüdisches Leben erinnern – Netzwerk in der Prignitz“ ein, einen Teil der Strecke des Todesmarsches im Gedenken an die Häftlinge der Konzentrationslager noch einmal zu gehen. Der Gedenkweg beginnt um 10.15 Uhr mit einer Andacht in der Heiliggeist-Kirche in Wittstock. Dazu sind alle Interessierte herzlich eingeladen.

Tausende KZ-Häftlinge wurden kurz vor Kriegsende auf Todesmärsche getrieben, die vielen von ihnen das Leben kosteten. Die Strecken der Todesmärsche aus Sachsenhausen und Ravensbrück führten auch durch Brandenburg. Im Wald bei Below mussten Ende April 1945 mehr als 16.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen mehrere Tage nahezu ohne jede Versorgung und unter Bewachung von SS-Posten lagern. An den Bäumen sind noch heute Spuren zu sehen: Die Häftlinge ritzten Namen und Bilder in die Rinde oder versuchten, daraus etwas Essbares herzustellen. Die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald hat Spuren und Zeugnisse zusammengetragen und die historischen Ereignisse dokumentiert.

Am 27. April 1985 ist eine Gruppe, die sich u.a. aus dem Friedenskreis in Vipperow zusammensetzte, einen Teil der Strecke des Todesmarsches nachgegangen. Markus Meckel, der damalige Pfarrer in Vipperow und spätere Außenminister der letzten DDR-Regierung, und viele andere trugen sich bei ihrem Friedensmarsch in das Besucherbuch der Gedenkstätte Todesmarsch ein, wo es u. a. heißt: „Auch heute noch wird diese Schuld oft verdrängt. Wir wollen etwas dafür tun, diese schuldhafte Geschichte als unsere eigene Geschichte zu bekennen, die in aller Offenheit und Schuldverflochtenheit anerkannt und bewältigt werden muß, um heute für Frieden und Versöhnung einzutreten.“
 

Folgender Ablauf ist vorgesehen:
10.15 Uhr: Andacht in der Heiliggeist-Kirche in Wittstock mit Pfr. Matthias Puppe (Heiliggeiststraße 2, 10 Minuten Fußweg vom Bahnhof Wittstock)
anschließend: Gang zur Gedenkstätte im Belower Wald (ca. 13 km)

ca. 13.30 Uhr: Ankunft in der Gedenkstätte

  • Imbiss
  • Führung durch die Gedenkstätte und die Sonderausstellung „Bruchstücke ‘45“ mit Gedenkstättenleiterin Carmen Lange
  • Markus Meckel, Außenminister a.D., berichtet über den Friedenmarsch 1985 und seine Folgen
  • Gebet am Mahnmal mit Pfr. Marion Gardei

ca. 15.15 Uhr: Transfer zum Bahnhof Wittstock

 

Verbindliche Anmeldung (bis 5. September 2022)
Telefon: 039925-2478
E-Mail: below@gedenkstaette-sachsenhausen.de

Information: www.below-sbg.de

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de

 

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

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