Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

49/26: „Lager – Räume – Nachbar:innen“: Sommer-Universität Ravensbrück thematisiert die Wechselbeziehungen zwischen Konzentrationslagern und ihrem lokalen Umfeld

28. August 2026

Nr.: 49/2026

Am Montag beginnt in der Gedenkstätte Ravensbrück die 18. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück. Unter dem Titel „Lager – Räume – Nachbar:innen“ widmet sie sich bis zum 4. September den Wechselbeziehungen der Konzentrationslager zu ihrem jeweiligen lokalen Umfeld. Thematisiert wird auch das Verhältnis der ortsansässigen Kommunen und ihrer Bevölkerung zu den Gedenkstätten im In- und Ausland. Zu der Tagung werden 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zahlreichen Ländern erwartet.

Das Umfeld der Lager spielte nach 1945 zunächst nur eine untergeordnete Rolle und kam in den ersten Ausstellungen der Gedenkstätten nicht vor. Dennoch konfrontierten die Präsenz der Lagergelände und ihre Umwandlung in Gedenkstätten die Menschen in den umliegenden Orten mit einer Vergangenheit, die die meisten so schnell wie möglich vergessen und verdrängen wollten. Erste wissenschaftliche Studien konnten seit Ende der 1990er Jahre Legendenbildungen entgegengetreten, man habe nichts gewusst und sich nicht äußern dürfen.

In Vorträgen, Diskussionen, Workshops und Führungen lotet die Sommer-Universität dieses komplexe Wechselverhältnis aus: Was waren die grundsätzlichen Bedingungen dieser Interaktion? Lassen sich die Möglichkeiten von Kontakten noch in der Geografie der Lagerumgebungen erkennen? Und wie wurden Außenlager zu Begegnungsräumen? Einer theoretischen Vertiefung folgen Vergleiche mit anderen Ländern: Mauthausen und Gusen in Österreich sowie Lager in Griechenland. Die Sommer-Universität endet mit einer Diskussion zu den aktuellen Beziehungen der Gedenkstätten zu ihrer Umgebungsgesellschaft und zur Frage nach Nutzen und Nachteilen.

Die Sommer-Universität richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende, Mitarbeitende von Gedenkstätten sowie Engagierte. Ziel ist der Austausch und die Verknüpfung der Forschung an KZ-Gedenkstätten mit der an Universitäten und Wissenschaftseinrichtungen. Den programmatischen Rahmen bilden dabei die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Herrschaft in Europa, der Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie die kritische Auseinandersetzung mit der europäischen Gedächtnisgeschichte, immer auch im Hinblick auf die besondere Geschichte des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück. 

 

31. August bis 4. September 2026
18. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück: Lager – Räume – Nachbar:innen. Konzentrationslager in ihrem Umfeld

Zum vollständigen Programm

In Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin (ZfA) und dem Leibniz-Forschungsverbund „Wert der Vergangenheit“. Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Siemens AG und den Internationalen Freundeskreis Ravensbrück e. V.

 

Kontakt:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz | 16515 Oranienburg | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de

 

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

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