Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
57/26: Gedenkstätte Sachsenhausen: Neuer Reisebusparkplatz wurde jetzt in Betrieb genommen – Besucherzentrum kann bis 2029 realisiert werden
23. September 2026
Nr.: 57/2026
Als erster Baustein im Rahmen der Neuorganisation der Verkehrs- und Besucherführung in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde Anfang dieser Woche ein neuer Reisebusparkplatz an der Carl-Gustav-Hempel-Straße in Betrieb genommen. Außerdem kann ein weiterer zentraler Baustein bis 2029 realisiert werden: Für den Neubau eines Besucher- und Bildungszentrums sind im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 der Landesregierung zusätzlich rund 10 Millionen Euro aus den Mitteln des Zukunftspakets Brandenburg vorgesehen, so dass diese zentrale Schaltstelle für die Besucherführung in der Gedenkstätte 2029 eröffnet werden kann.
Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle: „Der Ort der Gedenkstätte in Sachsenhausen kann etwas, was kein Buch, kein Film, keine Schulstunde kann: Er ist authentisch. Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten können, sind es die Steine, die Baracken, die Mauer, die Wäscherei, der Zellenbau, die sprechen und ihre Geschichte offenbaren. Zugleich ist dieser Ort ein wichtiger Zeuge. In einer Zeit, in der Geschichtsrevisionismus und Holocaustrelativierung zunehmen, ist er harter, steingewordener Widerspruch gegen jede Verharmlosung. Deswegen bin ich ausgesprochen froh, dass es gelungen ist, die Finanzierung des Neubaus des Besucherzentrums im Haushaltsentwurf des Landes zu sichern.“
Gedenkstättenleiterin Astrid Ley: „Mit der Verlegung des Reisebusparkplatzes ist ein erster bedeutsamer Schritt zur Verkehrsentlastung im Wohngebiet getan worden. Durch den Ausbau der An- und Abfahrtstraßen sind weitere erhebliche Verbesserungen zu erwarten. Wir danken der Landesregierung und besonders Frau Ministerin Schüle, dass das Besucherzentrum jetzt zügig errichtet werden kann. Es bildet künftig das zentrale Scharnier für die Besucherführung und integriert den neuen Reisebusparkplatz in das Gesamtgefüge der Gedenkstätte.“
Die Verlegung des Reisebusparkplatzes ist Teil einer Neuorganisation des Verkehrs im Umfeld der Gedenkstätte, auf das sich die Gedenkstätte, die Stadt Oranienburg und eine Anwohnerinitiative 2023 verständigt haben, um die Belastungen in den Anwohnerstraßen zu reduzieren. Der durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten errichtete neue Reisebusparkplatz südöstlich der historische Lagerstraße bietet 30 Stellplätze. Für die Baukosten in Höhe von 3,95 Millionen Euro standen Fördermittel des Landes aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR bereit.
Der bisherige städtische Busparkplatz am Schäferweg wurde abgesperrt. Hier befinden sich derzeit ein noch provisorischer Haltepunkt, wo die mit Reisebussen anreisenden Besucher der Gedenkstätte aussteigen und ihren Rundgang beginnen. Die Busse müssen anschließend auf dem neuen Parkplatz nahe der historischen Lagerstraße abgestellt werden, wo die Gäste im Anschluss an den Gedenkstättenbesuch wieder in ihren Bus einsteigen.
An der Schaltstelle zwischen dem Eingang in den inneren Bereich des ehemaligen Konzentrationslagers und dem neuen Parkplatz wird ab 2027 das neue Besucher- und Bildungszentrum errichtet. Bei einem Gestaltungswettbewerb war 2025 der Entwurf von LANKES KOENGETER Architekten und LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla (Berlin) als Sieger hervorgegangen. Er vereint die Funktionen des Besucherempfangs und eines Seminarhauses in einem kompakten, quadratischen Baukörper. Für die Baukosten von rund 17 Millionen Euro stehen neben den 10 Millionen Euro aus Mitteln des Zukunftspakets Brandenburg weitere 3 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsfonds des Landes Brandenburg sowie 4 Millionen Euro Investitionsmittel aus dem Haushalt der Stiftung bereit.
Als dritter Baustein des Verkehrskonzepts sollen die Straße der Nationen und der Schäferweg durch die Stadt Oranienburg nach modernen Standards ausgebaut werden. Der ehemalige Busparkplatz wird begrünt und der am Schäferweg verbleibende PKW-Parkplatz wird ebenso neugestaltet wie die am bisherigen Standort verbleibende Haltestelle des ÖPNV.
Information: www.sachsenhausen-sbg.de
Kontakt:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz | 16515 Oranienburg | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de
Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.