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9/2022: Gedenkstättenverantwortliche protestieren gegen die Unterdrückung einer kritischen Geschichtskultur in Russland

14. Februar 2022

Nr.: 9/2022

Zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen von Gedenkstätten in Deutschland protestieren in einer heute veröffentlichten Erklärung gegen das Vorgehen der russischen Justiz gegen die international renommierte Menschenrechtsorganisation Memorial International. Nachdem die Anwälte von Memorial gegen eine Ende 2021 vom Obersten Gericht Russlands verhängte Auflösung der Organisation Beschwerde eingelegt haben, werde Memorial „von der Justiz mit weiteren Repressionen überzogen“, heißt es in der Erklärung. So sei der Memorial-Vorsitzende Jan Raczynski von der Staatsanwaltschaft zu einer Untersuchung wegen „Rehabilitation des Nazismus“ vorgeladen worden. „Der Vorwurf der NS-Relativierung entbehrt jeder sachlichen Grundlage“, heißt es dazu in der Erklärung. „Wir protestieren gegen diese Verfolgung und erklären uns solidarisch mit Memorial“, so die Unterzeichnenden.

Weiter heißt es in der Erklärung: „Die Kampagne gegen Memorial, deren Wurzeln in die Glasnost- und Perestrojka-Phase der späten Sowjetunion zurückreichen, trifft eine der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen in Russland, die dort wie keine zweite für einen kritischen Umgang mit der Verbrechensgeschichte im 20. Jahrhundert steht. Memorial International widmet sich seit Jahrzehnten der Aufarbeitung des Stalinismus sowie der nationalsozialistischen Verbrechen und setzt sich aktiv für Demokratie und Menschenrechte ein. Die Organisation verfügt über eine einzigartige Sammlung von Objekten und Erinnerungsberichten aus dem GULag und hat sich ebenfalls um die Erforschung der Geschichte der sowjetischen NS-Zwangsarbeiter:innen und ihre gesellschaftliche Anerkennung nach 1990 verdient gemacht. Gerade wurde sie für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.“

Den vollständigen Text der Erklärung und die Liste der Unterzeichnenden finden Sie HIER

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de


Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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