Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam
43/26 Gedenken an die Inhaftierten des sowjetischen Untersuchungsgefängnisses in der Potsdamer Leistikowstraße am 15. August
11. August 2026
Nr.: 43/2026
Die Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam erinnert am Samstag, 15. August 2026, um 13.00 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung an die zahllosen Menschen, die zwischen 1945 und 1991 im Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Militärgeheimdienstes in der Potsdamer Leistikowstraße inhaftiert waren. Zugleich wird die Wanderausstellung „frauenHAFT. Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug (1945-1956)“ eröffnet, die auch Schicksale inhaftierter Frauen des Gefängnisses in der Leistikowstraße thematisiert.
Nach der Begrüßung durch Gedenkstättenleiterin Ines Reich und die Kuratorin der Ausstellung, Katharina Gräb, spricht Reiner Walleser, Abteilungsleiter im Ministerium für Wisssenschaft, ein Grußwort. Anschließend wird Annemarie Link in einer Ansprache von ihrem persönlichen Schicksal berichten. Ihre Mutter Gerda Musold gelangte 1949 über das Gefängnis in der Leistikowstraße in das sowjetische Speziallager in Sachsenhausen, wo sie ihre Tochter Annemarie zur Welt brachte. Nach dem Tod ihrer Mutter kümmerte sich die mitinhaftierte Gerda Dachs um Annemarie, deren Geschichte in der Ausstellung „frauenHAFT“ dargestellt wird.
Das alljährliche Gedenken am 15. August hat einen doppelten Anlass: Am 15. August 1945 nahm die sowjetische Militärspionageabwehr das ehemalige Pfarrhaus in der Potsdamer Leistikowstraße als Geheimdienstgefängnis in Betrieb. Wie viele Frauen und Männer bis 1991 gefangen gehalten wurden, ist bis heute unbekannt. Ebenfalls am 15. August erfolgte 1994 der Abzug der letzten russischen Truppen aus dem vormaligen Geheimdienstareal. Damit begann ein breites bürgerschaftliches Engagement zum Erhalt des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses als Gedenkstätte, das 2008 zur Gründung der Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam führte. Heute ist die Gedenkstätte Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Samstag, 15. August 2026, 13.00 Uhr
Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung
Eröffnung der Wanderausstellung „frauenHAFT. Sowjetische Repression und DDR-Strafvollzug (1945-1956)“
Bereits um 11.30 Uhr lädt die Gedenkstätte zu einer Sonderführung durch die Ausstellung „frauenHAFT“ ein.
Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten unter Beteiligung der Gedenkstätten Sachsenhausen, Leistikowstraße Potsdam, Brandenburg an der Havel und Lieberose in Jamlitz.
Gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945-1950 e. V und den Förderverein Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam e. V.
Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam
Leistikowstraße 1 | 14469 Potsdam
Information: www.leistikowstrasse-sbg.de
Kontakt:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Heinrich-Grüber-Platz | 16515 Oranienburg | T +49 3301 810920
seferens(at)stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de
Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.
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