Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
AUSSTELLUNG Geburtsort: Ravensbrück - Ingelore Prochnow
13. November bis 10. Mai 2026 – 10:00 bis 18:00 Uhr – ganztägig
Vom 9. bis 13. November 2026 findet zum 13. Mal das Kunstprojekt Ravensdruck in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Fünf Tage lang setzen sich Schüler:innen der Ernst-Litfaß-Schule Berlin (OSZ Mediengestaltung und Medientechnologie) künstlerisch mit der Lebensgeschichte von Ingelore Prochnow auseinander, die 1944 im KZ Ravensbrück geboren wurde. Im Workshop übernehmen sie alle Schritte, von der Konzeption und Gestaltung über das Anfertigen der Druckformen bis hin zum Druck und der Präsentation der Werke. Sie werden dabei von Ingelore Prochnow und ihrem Praxislehrer Ingo Grollmus unterstützt.
Die Druckgrafiken werden anschließend zwischen dem 13. November 2026 und dem 10. Mai 2027 im Großen Foyer der Gedenkstätte Ravensbrück ausgestellt. Die Ausstellung lädt Besuchende dazu ein, sich mit der Lebensgeschichte Ingelore Prochnows auseinanderzusetzen und die künstlerischen Arbeiten der Schüler:innen zu entdecken.
Mehr als 900 Kinder kamen im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück zur Welt, allein 600 davon zwischen 1943 und 1945. Die meisten Neugeborenen lebten nur kurze Zeit. Sie starben durch gezielte Vernachlässigung, an Unterernährung und Kälte oder aufgrund der völlig unzureichenden hygienischen Verhältnisse. Zu den wenigen, die überlebten, gehört Ingelore Prochnow.
Ingelore Prochnow wurde am 5. April 1944 im KZ Ravensbrück geboren. Ihre Mutter wurde im Dezember 1943, kaum 19 Jahre alt und im fünften Monat schwanger, in das KZ Ravensbrück eingewiesen. Der Grund ihrer Inhaftierung lautete „verbotener Umgang“, da sie ein Verhältnis mit einem polnischen Zwangsarbeiter eingegangen war. Beide überlebten die Zeit bis zur Befreiung 1945.
In den Wirren der Nachkriegszeit gelangten sie in ein DP-Lager (Displaced-Persons) in Siegen/Westfalen. Dort wurde die inzwischen vierjährige Ingelore in der Silvesternacht 1947/48 von ihrer Mutter zurückgelassen. Sie wuchs bei Adoptiveltern in Lemgo auf und erfuhr erst nahezu 40 Jahre später von den Umständen ihrer Geburt. Als sie ihre Mutter nach langer Suche fand, stieß sie jedoch auf Ablehnung. Ihr Vater, der ehemalige polnische Zwangsarbeiter Jan Gawrońsky, dessen Namen sie erst sehr spät herausfand, war inzwischen verstorben.
Ermöglicht wird das Projekt Ravensdruck mit Unterstützung der Dr. Hildegard-Hansche-Stiftung und des Internationalen Freundeskreises Ravensbrück e. V.
Veranstaltungsort
Großes Foyer
EINTRITT FREI
Täglich von 10 bis 18 Uhr
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/Havel