Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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7/2020: „Im Gespräch“ mit dem Historiker Andreas Weigelt über die Verhaftungen des sowjetischen Geheimdienstes in der Nachkriegszeit

31. Januar 2020

Nr.: 7/2020

Am Dienstag, 11. Februar 2020, um 18.30 Uhr ist der Historiker Andreas Weigelt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Im Gespräch über den Strafvollzug gestern und heute“ in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden zu Gast. Er ist Autor der 2018 erschienenen Studie „Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent. Die Verhaftungspraxis sowjetischer Geheimdienste in und um Bad Freienwalde 1945-1955“.

Über 120 000 Deutsche wurden zwischen 1945 und 1950 von der sowjetischen Besatzungsmacht in den zehn Speziallagern in der SBZ inhaftiert. Die meisten wurden aufgrund interalliierter Vereinbarung wegen der ihnen vorgeworfenen Funktion im NS-Staat interniert. Bei einem Teil der Inhaftierten handelte es sich um Menschen, die von sowjetischen Militärtribunalen verurteilt worden waren. Bis 1955 wurden weitere Personen von sowjetischen Geheimdiensten festgenommen und verurteilt. Nahezu 2000 SMT-verurteilte Männer und Frauen waren nach der Auflösung der Speziallager zwischen 1950 und 1956 in der Strafvollzugsanstalt Brandenburg „auf dem Görden“ inhaftiert, unter ihnen auch Gegner der sowjetischen Besatzungsmacht und der SED-Diktatur.

Der Historiker Andreas Weigelt spricht über diese Verhaftungen durch den sowjetischen Geheimdienst. Wer waren diese Menschen, was wurde ihnen vorgeworfen? Trafen die Vorwürfe zu oder wurden sie willkürlich verhaftet? Diese und viele andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Andreas Weigelt in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden.

Andreas Weigelt forscht seit vielen Jahren zur Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und zum Nationalsozialismus. 2011 wurde er mit einer Studie über Lieberose, ein Außenlager des KZ Sachsenhausen, promoviert, wo sich von 1945 bis 1947 ein sowjetisches Speziallager befand. Er leitet die Dokumentationsstelle Lager Jamlitz der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten (anmeldung-brb@stiftung-bg.de, Tel. 03381 7935-113).

 

Dienstag, 11. Februar 2020, 18.30 Uhr
„Vorwurf: Aktiver Nazi, Werwolf oder Agent“

in der Reihe „Im Gespräch – über den Strafvollzug gestern und heute“
Gast: Dr. Andreas Weigelt, Historiker

Veranstaltungsort: Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden, Anton-Saefkow-Allee 38, 14772 Brandenburg an der Havel

In Kooperation mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Information: www.brandenburg-zuchthaus-sbg.de
 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de


Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird vom Ministerium des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

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