Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte Opfer der Euthanasie-Morde

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Brandenburg an der Havel: Theaterpremiere und Gedenkveranstaltung

24. Januar 2017

Nr.: 5/2017

Das Theaterstück „Brandenburger Märchen“, das die kollektive Erinnerung an die Euthanasie-Morde in der Stadt thematisiert, und eine Gedenkveranstaltung am historischen Ort der Euthanasie-Morde am Nicolaiplatz stehen am Freitag, 27. Januar 2017, im Mittelpunkt des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus in Brandenburg an der Havel. Bei der Gedenkveranstaltung um 13 Uhr werden die Leiterin der Gedenkstätten Brandenburg an der Havel, Dr. Sylvia de Pasquale, und Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann zu den Anwesenden sprechen. Daniela Klein, auf deren Zeitzeugeninterviews das Theaterstück basiert, wird über ihre Spurensuche zu den Euthanasie-Morden berichten. Die Veranstaltung endet mit einer Kranzniederlegung. Anschließend (13.45 Uhr) lädt die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde zu einer Führung durch die Dauerausstellung ein.

Am Abend um 20 Uhr wird im Haus der Offiziere (Magdeburger Straße 15) die dokumentarische Theaterproduktion „Brandenburger Märchen“ aufgeführt. Die Premiere ist bereits am Mittwoch, 25. Januar; weitere Aufführungen finden am 26. und 28. Januar, jeweils um 20 Uhr, statt (Eintritt. 3 Euro).

Das dokumentarische Theaterstück über die lokale Erinnerung an die Euthanasie-Verbrechen basiert auf rund 150 Gesprächen, die die Geschichtensammlerin Daniela Klein mit Menschen in Brandenburg und den umliegenden Dörfern geführt hat – mit Zeitzeugen, Nachfahren, Historikern, Ärzten und Wissenschaftlern. Sechs ausgewählte Geschichten spiegeln die kollektiven Narrative wider, zu denen sich die Erzählungen über die Beobachtungen der Zeitzeugen nach und nach verdichtet haben. Die grausamen Geschichten wurden – wie Märchen – von Generation zu Generation weitererzählt, in ihnen mischen sich Wissen, Halbwissen, aufgeschnappte Gerüchte und Deutungsversuche. Das 90-minütige Stück wurde von dem Schauspieler und Regisseur Reimund Groß dramaturgisch bearbeitet und inszeniert. Neben ihm und dem Pantomimen Gernot Frischling aus Ribbeck stehen die Laienschauspieler Marlene Schultke, Jenny Boettcher und Sebastian Ihlenfeldt auf der Bühne.

In Gebäuden des in der Innenstadt gelegenen „Alten Zuchthauses“ in Brandenburg an der Havel wurde 1939 eine von sechs Mordstätten der sogenannten „Aktion T 4“ eingerichtet. Dieser ersten, zentral gesteuerten Phase des nationalsozialistischen Krankenmordes fielen 1940/41 über 70.000 Menschen zum Opfer. Im „Alten Zuchthaus“, das den Tarnnamen „Landespflegeanstalt Brandenburg a. H.“ erhielt, wurden zwischen Januar und Oktober 1940 ca. 9.000 Kranke und Behinderte aus psychiatrischen Krankenhäusern des nord- und mitteldeutschen Raums einschließlich Berlins durch Giftgas getötet.

 

Freitag, 27. Januar 2017

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Brandenburg an der Havel

13 Uhr: Gemeinsame Gedenkveranstaltung der Stadt und der Gedenkstätten Brandenburg an der Havel

Begrüßung: Dr. Sylvia de Pasquale, Leiterin der Gedenkstätten Brandenburg an der Havel

Ansprachen: Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann

Daniela Klein, Geschichtenerzählerin

Ort: Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde, Nicolaiplatz 28, 14770 Brandenburg an der Havel

13.45 Uhr: Führung durch die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde

Referentin: Dr. Sylvia de Pasquale, Gedenkstättenleiterin

Ort: Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde, Nicolaiplatz 28, 14770 Brandenburg an der Havel

20.00 Uhr: Aufführung des dokumentarischen Theaterstücks „Brandenburger Märchen“ zur lokalen Euthanasie-Geschichte

Ort: Haus der Offiziere, Magdeburgerstr.15, 14770 Brandenburg an der Havel

Weitere Aufführungen: 25. (Premiere), 26. und 28. Januar, jeweils um 20 Uhr; Eintritt 3 Euro

Um Anmeldung zu den Aufführungen wird gebeten unter info@hauptkulturdorf.de oder telefonisch bei Daniela Klein unter 0176 63 25 44 16.

Ein Projekt des Kulturvereins Päwesin e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg a. d. H. Gefördert von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung

Zurück zur Übersicht