Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

29/2020: Gedenkstätte und Opferverband erinnern am 30. August an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen vor 75 Jahren

21. August 2020

Nr.: 29/2020

Mit einer Gedenkveranstaltung und einem Online-Programm erinnern die Gedenkstätte Sachsenhausen und Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945-50 e.V. am Sonntag, 30. August 2020, an die Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen vor 75 Jahren. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 11.00 Uhr auf dem Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof, wo mehr als 7.000 Opfer des Speziallagers in Massengräbern ruhen. Nach der Begrüßung durch Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, und den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Joachim Krüger, werden Ministerpräsident Dietmar Woidke und der ehemalige Häftling Karl-Wilhelm Wichmann zu den Anwesenden sprechen. Im Anschluss an ein ökumenisches Gebet werden Kränze niedergelegt.

Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Gedenkveranstaltung nur mit beschränkter Teilnehmerzahl und unter Hygieneauflagen stattfinden. Anstelle der ursprünglich geplanten weiteren Veranstaltungen wird am 30. August auf der Homepage der Gedenkstätte ein umfangreiches Online-Programm in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Russisch) freigeschaltet. Neben einem Porträtfilm über den ehemaligen Speziallager-Häftling Reinhard Wolff werden dort weitere Statements von Zeitzeugen sowie von internationalen Wissenschaftlern zur Geschichte und Nachgeschichte des Speziallagers zu sehen sein. In einem Feature wird eine Tanzperformance vorgestellt, in dem sich die Tänzerin und Choreografin Johanne Timm mit dem Haftschicksal ihres Großvaters auseinandersetzt. Eine Zusammenfassung der Gedenkveranstaltung wird ebenfalls zeitnah verfügbar sein.

Im Zuge der Verlegung des sowjetischen Speziallagers Nr. 7 von Weesow (bei Werneuchen) kamen am Abend des 16. August 1945 mehr als 5.000 von der Haft geschwächte Häftlinge nach einem Fußmarsch von rund 40 Kilometern in den Baracken des ehemaligen KZ Sachsenhausen an. Der Jahrestag der Ankunft der ersten Inhaftierten in Sachsenhausen wird von den ehemaligen Häftlingen und ihren Angehörigen seit Anfang der 1990er Jahre als Gedenktag für die Opfer des Speziallagers begangen.

Insgesamt inhaftierte der sowjetische Geheimdienst NKWD bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1950 rund 60.000 Menschen in den Speziallagern Weesow und Sachsenhausen, von denen 12.000 an Hunger und Krankheiten starben. Im Lager waren vorwiegend untere Funktionäre des NS-Regimes, aber auch Mitarbeiter aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Wirtschaft sowie SS-Personal aus den Konzentrationslagern inhaftiert. Unter den Häftlingen befanden sich außerdem politisch Missliebige und willkürlich Verhaftete sowie von sowjetischen Militärtribunalen Verurteilte - Männer und Frauen, Alte und Junge, NS-Belastete und Unbelastete.

Die Veranstaltungen werden durch die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Staatskanzlei des Landes Brandenburg gefördert.


Sonntag, 30. August 2020, 11.00 Uhr
Gedenkveranstaltung anlässlich der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers in Sachsenhausen vor 75 Jahren

Ort: Friedhof am ehemaligen Kommandantenhof (Walther-Rathenau-Straße / Ecke Erich-Schmidt-Straße)

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

Information: www.sachsenhausen-sbg.de

 

HINWEISE FÜR DIE MEDIEN:

Wir bitten Sie um Anmeldung bis zum 29. August, 12.00 Uhr, unter Angabe von Name, Mail- und Postadresse sowie Telefonnummer unter seferens@stiftung-bg.de.

Wegen der Corona-Pandemie bitten wir um die Einhaltung der allgemeinen Schutz- und Hygienebestimmungen.

 

Verantwortlich:
Dr. Horst Seferens | Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
16515 Oranienburg | Heinrich-Grüber-Platz | T +49 3301 810920 | F +49 3301 810926
seferens@stiftung-bg.de | www.stiftung-sbg.de


Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wird vom Ministerium des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

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