Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Presseinformationen

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

25/2017: Die Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert vom 22. bis 24. April an die Befreiung der KZ-Häftlinge vor 72 Jahren

12. April 2017

Nr.: 25/2017

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, der französische Überlebende und Präsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK), Roger Bordage, und der niederländische Schriftsteller Geert Mak werden bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zum 72. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen am Sonntag, 23. April 2017, um 15.30 Uhr zu den Anwesenden sprechen. Zu der Veranstaltung, die gemeinsam von der Gedenkstätte Sachsenhausen und dem ISK ausgerichtet wird, werden auch etwa zehn Überlebende aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Polen, Russland, Ungarn und Weißrussland in Oranienburg erwartet.

Geert Mak (geb. 1946) ist einer der bekanntesten Publizisten der Niederlande. In Deutschland ist er mit dem Buch „Das Jahrhundert meines Vaters“ (2003) bekannt geworden, das in den Niederlanden ein Bestseller war. Darin schildert er die Geschichte seiner Familie im 20. Jahrhundert, wobei auch die Zeit der deutschen Besetzung 1940 bis 1945 und die niederländische Kolonialpolitik in Indonesien großen Raum einnehmen. In seinem Reisebuch „In Europa“ (2005) porträtiert Mak den Kontinent am Anfang des 21. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der unterschiedlichen historischen Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts.

Bereits um 11 Uhr werden sich Überlebende und Angehörige bei einem Generationengespräch über die Zukunft des Gedenkens austauschen. Bei dezentralen Gedenkveranstaltungen werden ab 14 Uhr einzelne Länder und Organisationen wie der LSVD Berlin-Brandenburg und der DGB an spezifische Opfergruppen erinnern. Der Kreissportbund des Landkreises Oberhavel wird um 14.30 Uhr eine Gedenktafel für den Kapitän der polnischen Rudermannschaft bei den Olympischen Spielen 1936, Wlodzimierz Dlugoszweski (1905-1945), einweihen, der im KZ Sachsenhausen inhaftiert war und kurz nach der Befreiung an den Folgen der KZ-Haft starb.

Bereits am Freitag, 21. April 2017, um 14.30 Uhr wird in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald, einer Außenstelle der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Wittstock, an den Jahrestrag der Befreiung erinnert. Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil und der weißrussische Überlebende Eduard Zimavets werden Ansprachen halten. Am Samstag, 22. April 2017, tagt am Sitz der Gedenkstättenstiftung in Oranienburg das Präsidium des ISK.

Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil wird ein Grußwort an die Präsidiumsmitglieder richten, die die Überlebenden des KZ Sachsenhausen aus zehn Ländern repräsentieren. Am Montag, 24. April 2017, wird um 10.00 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung am ehemaligen KZ-Außenlager Klinkerwerk an der Lehnitzschleuse in Oranienburg an die Opfer dieses einstigen „Todeslagers“ erinnert. Der Botschafter des Großherzogtums Luxemburg, Georges Santer, und der Oranienburger Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke werden zu den Anwesenden sprechen.

Am 22./23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das unmittelbar zuvor von der SS geräumte KZ Sachsenhausen, in dem zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert waren. Zehntausende von ihnen starben an den unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Opfer von Mordaktionen der SS. Die Befreier fanden im Lager rund 3.000 kranke Häftlinge vor. Mehr als 30.000 Häftlinge befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Todesmarsch weiterhin in der Gewalt der SS, die in dieser Schlussphase nochmals mit besonderer Brutalität Häftlinge ermordete. Mehr als 16.000 Häftlinge mussten sich für einige Tage unter freiem Himmel in einem provisorischen Lager im Belower Wald bei Wittstock aufhalten. Die letzten Überlebenden wurden in den ersten Maitagen befreit.

 

21. April 2017, 14.30 Uhr

72. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Todesmarsches aus dem KZ Sachsenhausen

Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald Belower Damm 1, 16909 Wittstock

 

23. und 24. April 2017 72. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg

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